Leoni / Diehl: Batteriesysteme für die Elektromobilität

Elektromobilität E-Mobility

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Die Entwicklung von Batteriesystemen für die Elektromobilität ist eine komplexe Angelegenheit: Viele Komponenten müssen optimal zusammenarbeiten, um hohe Reichweiten und niedrige Ladezeiten zu erreichen.

Die Nürnberger Unternehmen Leoni und Diehl wollen nun ihr Know-how beim Wärme-Management sowie bei der Energie- und Datenübertragung nutzen, um zusammen Technologien für den Wachstumsmarkt Elektromobilität zu entwickeln. „Wir wollen gemeinsam als neuer Systempartner für Hochvolt-Batterien auftreten“, so Martin Stüttem, der im Vorstand der Leoni AG für den Bereich Bordnetz-Systeme verantwortlich ist.

„Leoni und Diehl ergänzen sich optimal, wenn es um Hochvolt-Anwendungen in Batteriesystemen geht“, erklärte Dr. Heiner Schunk, Sprecher des Bereichsvorstandes von Diehl Metall. Durch die strategische Partnerschaft wollen die beiden Nürnberger Technologieunternehmen an den überdurchschnittlichen Wachstumsraten bei Elektroautos teilhaben, die sie bis 2025 auf jährlich über 30 Prozent veranschlagen. Ein weiterer Grund für die Kooperation ist, dass die Automobilhersteller verstärkt nach ganzheitlichen Lösungen und Systemansätzen fragen, statt nur einzelne Komponenten zu bestellen.

Leoni bringt ihre Expertise bei Verkabelung, Stecksystemen, Batterie- und Wärme-Management in die Zusammenarbeit ein, Diehl Metall steuert das Know-How im Bereich Zellkontaktiersysteme bei. Nach Angaben der beiden Partner gibt es international nicht viele Anbieter, die eine solche Systemkompetenz vorweisen können und auch die optimale Einbindung in das Gesamtbordnetz abdecken. Zielgruppen sind sowohl die Automobilhersteller als auch die Batterieproduzenten weltweit, es würden bereits konkrete Gespräche mit potenziellen Kunden geführt.

Quelle WIM

Bertrandt Nürnberg: Mehr Elektro wagen!

Bertrandt

© Thomas Tjiang: Bauen Kapazitäten auf: Christian Ruland, Geschäftsführer von Bertrandt Ingolstadt (l.), und Michael Weber, Verantwortlicher für die neue Betriebsstätte in Nürnberg.

Der Entwicklungsdienstleister baut die Sparte Elektromobilität aus – mit einem neuen Standort in Nürnberg.

In der Verkehrspolitik wird die Elektromobilität künftig eine immer wichtigere Rolle spielen. Auch Nürnberg wird bei diesem Thema mehr Gewicht bekommen, denn der Bertrandt-Konzern hat dort einen neuen Standort eröffnet. Im High Tech Center Nürnberg in der Neumeyerstraße arbeiten zunächst rund 50 Spezialisten, die vorhandenen und neuen Kunden aus dem Großraum Nürnberg Zugang zur gesamten Entwicklungsbreite und -kompetenz des Unternehmens verschaffen sollen. Michael Weber, Verantwortlicher für die neue Betriebsstätte, sieht den Dienstleister damit als „technologisches und prozessuales Bindeglied“ zwischen Automobilherstellern und Lieferanten.

Der Bertrandt-Konzern mit seiner Zentrale im baden-württembergischen Ehningen entwickelt individuelle Lösungen für die internationale Automobil- und Luftfahrtindustrie in Europa, China und den USA. Der Nürnberger Standort gehört zur Konzerntochter Bertrandt Ingolstadt und soll die Kapazitäten im Bereich Elektromobilität vergrößern, wie Weber weiter ausführt. Die E-Mobilität sorgt aus seiner Sicht dafür, dass sich die bisherige Wertschöpfungskette von den klassischen Autobauern stärker zu den Lieferanten verlagert. Bertrandt komme hierbei zugute, in Deutschland für alle Autohersteller tätig zu sein.

In Nürnberg wird etwa am Thermomanagement gearbeitet, um beispielsweise eine Batterie für E-Autos immer im richtigen Temperaturbereich zu halten. Beim Trendthema Elektromobilität dreht sich viel um den elektrischen Gesamtantrieb. Der ist aber nicht nur auf E-Autos beschränkt, auch im Anlagen- und Werkzeugbau wird der
E-Antrieb immer wichtiger. Außerdem wird in der Entwicklung mit einem „digitalen Zwilling“ gearbeitet. Diese Methode erlaubt es, mit den Konstruktionsdaten virtuell in einer speziellen Cloud den Betrieb eines Bauteils wie unter realen Bedingungen zu simulieren und weiterzuentwickeln. Solche Simulationen helfen auch im Bereich der gesamten Fahrzeugsicherheit. Weil in den USA beispielsweise andere Aufpralltests als in Deutschland notwendig sind, macht es die Simulation leichter, die Sicherheitszertifikate zu bekommen.

Ein weiteres Arbeitsfeld ist die „Mixed Reality“, in der die Entwickler in einer virtuellen Umgebung interaktiv arbeiten können. So können sie sich beispielsweise mit einer speziellen Brille simulieren lassen, wie das Felgendesign eines Reifens die Luftströmung beeinflusst. Dieses Tool soll auch anderen Firmen zur Verfügung gestellt werden. Eine junge Anwendungsmöglichkeit aus dem Flugzeugbau sind beispielsweise Schulungen, bei denen Monteure das Schrauben an einem neuen Flugzeugantrieb virtuell lernen können.

Für dieses Geschäftsfeld sind speziell ausgebildete Medieninformatiker nötig, ergänzt Christian Ruland, Geschäftsführer von Bertrandt Ingolstadt. Das sei ein weiterer Grund für den Standort im High Tech Center Nürnberg. Angesichts voller Auftragsbücher seien fehlende Fachkräfte ein begrenzender Faktor. Weil es in Nürnberg viel Kompetenz gebe, solle der Standort vor Ort auch helfen, klassische Ingenieure genauso wie neue Spezialisten – eben die Medieninformatiker – zu rekrutieren. Die interne Planung sieht vor, den neuen Standort mittelfristig auf bis zu 200 Arbeitsplätze aufzubauen. Dazu sollen auch Kooperationen mit Hochschulen und der Universität Erlangen-Nürnberg beitragen. Ganz unbekannt ist Bertrandt in Nürnberg allerdings nicht: In der Pretzfelder Straße sitzt bereits Bertrandt Services mit rund 100 Entwicklern. In diesem Geschäftsfeld werden Personaldienstleistungen erbracht, also etwa Entwickler als Zeitarbeiter verliehen.

Mehr unter: www.bertrandt.com

Autor: tt.

Quelle WIM

Leoni und Diehl: Strategische Partnerschaft im Zeichen der Elektromobilität

Fokus auf innovativer Energie- und Datenübertragung in Hochvolt-Batterie-Systemen

Leoni und Diehl gehen eine strategische Partnerschaft für Batterie-Systeme für Elektro- und Hybridfahrzeuge ein. Leoni ist globaler Lösungsanbieter für das Energie- und Datenmanagement in der Automobilbranche sowie weiteren Industrien. Diehl ist mit innovativen Lösungskonzepten für Hybrid- und Elektrofahrzeuge bedeutender Partner der Automobilindustrie. Beide Unternehmen arbeiten künftig im Bereich der Energie- und Datenübertragung sowie des Wärmemanagements über den gesamten Wertschöpfungsprozess zusammen. Ziel der Kooperation ist es, auf den Kompetenzen der beiden Unternehmen aufzubauen und den Kunden Systemlösungen für die Elektromobilität aus einer Hand anzubieten.

Das Segment für elektrisch angetriebene Fahrzeuge verspricht im Vergleich zum gesamten Automobilmarkt überproportionale Wachstumsraten von weltweit durchschnittlich mehr als 30 Prozent pro Jahr bis 2025. Zudem fragen die Automobilhersteller anstelle von einzelnen Komponenten verstärkt nach ganzheitlichen Lösungen und Systemansätzen. Beiden Trends kommen Leoni und Diehl mit der Zusammenarbeit entgegen.

„Leoni und Diehl ergänzen sich optimal mit Blick auf vorhandene Technologien und Know-how, wenn es um Hochvolt-Anwendungen in Batterie-Systemen geht“, sagt Dr. Heiner Schunk, Sprecher des Bereichsvorstandes von Diehl Metall. Martin Stüttem, Vorstandsmitglied der Leoni AG mit Verantwortung für den Unternehmensbereich Bordnetz-Systeme, ergänzt: „Wir sind zuversichtlich, unseren Kunden im wachsenden Markt für alternative Antriebe neue attraktive Lösungen anzubieten.“

Leoni und Diehl bündeln ihre Kompetenzen und sind dadurch in der Lage, Systemlösungen für Hochvolt-Batterie-Systeme in E-Fahrzeugen anzubieten. Dabei kombinieren die beiden Unternehmen Leonis Expertise bei Verkabelung, Stecksystemen, Batterie- und Wärme-Management mit Diehls Know-How im Bereich Zellkontaktiersysteme.

Systemlösung aus einer Hand

Im Hinblick auf die Anforderungen bei Hochvolt-Batterien bieten die beiden Firmen ihren Kunden aufeinander abgestimmte Produktlösungen, die sich als System optimal ergänzen. Die komplexe Aufgabe der Energie- und Datenübertragung mit den besonderen Anforderungen der E-Mobilität kann dabei mit grundsätzlich neuen Ansätzen gelöst und um weitere Elemente bis hin zu einem Batteriemanagement ergänzt werden. Schnittstellen werden reduziert und eine optimale Einbindung in das Gesamtbordnetz ermöglicht. Darüber hinaus ergibt sich durch die Kooperation eine höhere Wertschöpfung.

Die strategische Partnerschaft zwischen Leoni und Diehl ermöglicht, sowohl die Energie- und Datenverteilung als auch die Kontaktierung innerhalb der Hochvolt-Batterie eines Elektrofahrzeugs bereitzustellen. Produktseitig konzentriert sich die Kooperation zunächst auf folgende Felder: Zellkontaktiersysteme und Modulverbinder, das Batterie-Management-System sowie Wärmeleitlösungen und -management.

Den ersten formalen Schritt der strategischen Partnerschaft zwischen Leoni und Diehl bildet ein heute unterzeichneter Kooperationsvertrag.

Quelle.

BMZ Group investiert 120 Mio. Euro in Batteriefertigung

Die BMZ Gruppe investiert jetzt 120 Mio. Euro in den Ausbau seiner Fertigung von Batteriesystemen. Bis Ende September 2019 soll der zweite von drei Bauabschnitten in Karlstein fertiggestellt sein. Es entsteht eine zusätzliche Produktionshalle mit 3.000m² Produktionsfläche und 80 Büroarbeitsplätzen. Mehr unter…

Neugründung am Elektromobilitätsmarkt: Modulare Ladeinfrastruktur-Lösungen für Unternehmen

Umfassende Lösungen für Unternehmen, die auf das Zukunftsthema Elektromobilität setzen – mit diesem Anspruch tritt die emonvia GmbH an. Mit dem Eintrag in das Handelsregister am 3. August 2018 geht die Neugründung mit Sitz in München nun offiziell an den Start.

Den Vertrag für das Unternehmen unterzeichneten Dr. Stefan Schlutius, geschäftsführender Gesellschafter von ABL SURSUM Bayerische Elektrozubehör GmbH & Co. KG, Michael Berger und Rainer Kleedörfer, Geschäftsführer der N-ERGIE Regenerativ GmbH, ein Tochterunternehmen der N-ERGIE Aktiengesellschaft, und Manfred Tropper, Geschäftsführer der mantro GmbH.

Quelle: N-ERGIE/ClausFelix. Von links nach rechts die Gesellschafter bei der Vertragsunterzeichnung: Rainer Kleedörfer (N-ERGIE), Manfred Tropper (mantro), Dr. Stefan Schlutius (ABL).

An der emonvia GmbH werden ABL und N-ERGIE mit je 45 Prozent beteiligt sein sowie mantro mit 10 Prozent.

Das neue Unternehmen entwickelt individuelle, skalierbare und modulare Lösungen für den Aufbau und die intelligente Steuerung von Ladepunkten. Dabei erstreckt sich das Angebot vom Monitoring über die Abrechnung und Integration des Systems in das vorhandene Fuhrparkmanagement bis zum Last- und Lademanagement für die effiziente und netzanschlussgerechte Steuerung der Ladevorgänge.

Die Angebote richten sich insbesondere an Unternehmen, Organisationen und Behörden, bei denen eine größere Anzahl von Ladepunkten geplant und betrieben wird. Dazu zählen etwa Dienstleister mit hohem ortsnahen Mobilitätsbedarf, Parkhaus-/ Parkplatzbetreiber sowie Hotels und Gaststätten. emonvia wird zudem Stadtwerken und Energieversorgern im Rahmen von Dienstleistungen die Möglichkeit bieten, ihre Kunden bestmöglich mit Lösungen rund um die Ladeinfrastruktur vor Ort zu versorgen.

Bündelung der jeweiligen Kernkompetenzen
In das Joint Venture bringen die drei beteiligten Unternehmen ihre jeweiligen Kernkompetenzen ein: ABL mit Sitz in Lauf an der Pegnitz entwickelt und produziert seit 2011 Wallboxen und Ladesäulen für Elektrofahrzeuge: von Plug & Charge über Lastmanagement und Lastenregelung bis zur Stromabrechnung und App-Steuerung. ABL bietet zukunftssichere Ladestationen für alle Anwendungen – Technologie und Qualität „Made in Germany“.„Für die ABL ist der Aufbau von digitalen Geschäftsfeldern ein wichtiger Schritt in die Zukunft“, erklärt Dr. Stefan Schlutius, geschäftsführender Gesellschafter von ABL.

Der in Nürnberg ansässige regionale Energieversorger N-ERGIE sammelt bereits seit mehr als 20 Jahren Erfahrungen mit der Elektromobilität. „Mit mehr als 100 Elektrofahrzeugen betreiben wir eine der größten Flotten bundesweit. Diese steuern wir bereits mit der modular erweiterbaren Plattform, die wir in Zusammenarbeit mit mantro entwickelt haben. Diese möchten wir nun auch unseren Kunden bieten“, sagt Rainer Kleedörfer, Prokurist bei der N-ERGIE und Geschäftsführer der N-ERGIE Regenerativ GmbH.

Er verweist beispielhaft auf den Flakons-Glashersteller Heinz-Glas. Für den Global Player aus Kleintettau errichtete die N-ERGIE an drei Unternehmensstandorten eine vernetzte Ladeinfrastruktur. Das stufenweise erweiterbare webbasierte Kundenportal ermöglicht neben dem Monitoring und Reporting auch die Visualisierung der einzelnen Ladepunkte und -vorgänge.

Der Company Builder mantro GmbH, München, konzipiert und realisiert innovative Geschäftsideen im Hightech-Bereich und bringt sein umfassendes IT-Know-how in die Entwicklung der emonvia-eigenen Plattform ein. „Wir beschäftigen uns seit Jahren mit innovativen Mobilitätskonzepten und den Herausforderungen der Zukunft, speziell im Hinblick auf die Elektromobilität. Für uns ist es daher eine einmalige Chance, mit solch etablierten und starken Partnern in diesen Markt einzusteigen“, erklärt mantro-Geschäftsführer Manfred Tropper.

„Bei unseren Kunden sehen wir einen wachsenden Bedarf an integrierten Lösungen rund um die Ladeinfrastruktur. Wir freuen uns, nun gemeinsam in einer starken Partnerschaft die Entwicklung nachhaltiger und zukunftsorientierter Konzepte weiter voranzutreiben“, ergänzen Schlutius und Kleedörfer.

Weitere Informationen unter www.emonvia.de.

Schaeffler kauft „Drive-by-wire“-Technologie

Schaeffler und Paravan etablieren Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG

  • Gemeinschaftsunternehmen übernimmt „Drive-by-wire“-Technologie SPACE DRIVE von Paravan und Mover-Aktivitäten von Schaeffler
  • Paravan-Gründer Roland Arnold wird Vorsitzender der Geschäftsführung
  • „Drive-by-wire“ ist Schlüsseltechnologie für stark wachsenden Zukunftsmarkt „Autonomes Fahren“
  • Schaeffler entwickelt Unternehmensbereich Chassis zum Fahrwerksystem-Integrator weiter

Die Schaeffler Gruppe hat in Zusammenarbeit mit Herrn Roland Arnold und der Paravan GmbH eine Grundlagenvereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures erarbeitet, die heute unterzeichnet wurde. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamts. Über die finanziellen Details wurde Stillschweigen vereinbart. Der Gegenstand des Joint Ventures, das als Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG firmieren wird, ist die Weiterentwicklung der „Drive-by-wire“-Technologie SPACE DRIVE sowie die Entwicklung und der Vertrieb von Mobilitätssystemen. Das Joint Venture erwirbt hierzu die SPACE DRIVE-Technologie der Paravan GmbH. Die Schaeffler Technologies AG & Co. KG wird 90 Prozent der Anteile des neuen Unternehmens halten. SPACE DRIVE steht für eine Technologie, die die Paravan GmbH ursprünglich für Menschen mit körperlicher Behinderung entwickelt hat, um ihnen die absolut zuverlässige Steuerung eines Fahrzeuges vollständig elektronisch zu ermöglichen.

Foto: Schaeffler – BU: „Schaeffler Mover“: Das kleine und sehr wendige Fahrzeugkonzept ist rein elektrisch betrieben und kann – mit verschiedenen Aufbauten versehen – in urbanen Räumen für flexible ransportaufgaben eingesetzt werden.

Kernelement von SPACE DRIVE, einer führenden „Drive-by-wire“-Technologie, ist neben der Fahr- und Bremsbetätigung vor allem die so genannte „Steer-by-wire“-Funktion (wörtlich übersetzt „Lenken-via-Kabel“), welche die Spurführung des Fahrzeugs zuverlässig und rein über elektronische Stellsignale ermöglicht. Das Lenkrad und die mechanische Verbindung der Lenksäule können also vollständig entfallen. „Steer-by-wire“ ist eine Schlüsseltechnologie für das autonome Fahren, welches insbesondere auf eine sichere und hochzuverlässige Lenkfunktion angewiesen ist. Auch in Pkw, die nur temporär automatisiert fahren, entstehen allein durch den Wegfall der Lenksäule völlig neue Möglichkeiten für die konzeptionelle Ausgestaltung der Fahrzeuge und ihrer Innenräume. SPACE DRIVE ist dreifach redundant und erfüllt als einzige Systemlösung weltweit derzeit die höchsten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen, insbesondere den anspruchsvollen funktionalen Sicherheitsstandard ISO 26262 ASIL D. Es besitzt damit als einziges System seiner Art weltweite Straßenzulassungen und gleichzeitig das Potenzial, auch in der automobilen Großserie technisch und kommerziell wettbewerbsfähig zu sein. Die SPACE DRIVE-Lösung kann zudem über 500 Millionen Kilometer unfallfreie Fahrerfahrung aufweisen.

Die Geschäftsführung des neuen Gemeinschaftsunternehmens, das seinen operativen Sitz in Aichelau und Herzogenaurach haben wird, werden Paravan-Gründer Roland Arnold als Vorsitzender sowie Schaeffler-Fahrwerkchef Dr.-Ing. Dirk Kesselgruber und ein weiterer noch zu bestimmender Mitarbeiter der Schaeffler Gruppe übernehmen.

„Wir freuen uns sehr und sind stolz darauf, dass wir mit Herrn Arnold einen kompetenten und erfolgreichen Partner für eine wegweisende Zusammenarbeit gewinnen konnten. Für Schaeffler ist die heute getroffene Vereinbarung ein Meilenstein“, sagt Prof. Dr.-Ing. Peter Gutzmer, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Vorstand Technologie der Schaeffler AG. „Mit dem Erwerb der erprobten ‚Drive-by-wire‘-Technologie erschließen wir der Schaeffler Gruppe eine Schlüsseltechnologie, die es uns ermöglichen wird, den Unternehmensbereich Chassis zu einem ‚Fahrwerksystem-Integrator‘ zu entwickeln. Der Bereich ‚Rolling Chassis‘ ist für Schaeffler die entscheidende Möglichkeit, ausgehend von seinen Kernkompetenzen, im stark wachsenden Zukunftsmarkt ‚Autonomes Fahren‘ technologisch Fuß zu fassen und so die Diversifikation zwischen Powertrain und Chassis voranzutreiben. Daher ist die heute vereinbarte Transaktion für Schaeffler ein weiterer wichtiger Schritt im Rahmen der Umsetzung seiner Strategie ‚Mobilität für morgen‘.“

Die SPACE DRIVE-Technologie und die entsprechenden Kompetenzen im Bereich Funktionssicherheit mit hochzuverlässigen Elektroniken ergänzen Schaefflers mechatronische Kompetenzen und beschleunigen die Entwicklung zukünftiger „By-wire“-Lenksysteme, insbesondere durch Know-how im Bereich Systems Engineering, Elektronik und Funktionssoftware.

Eine besondere Rolle kommt in dem neuen Joint Venture dem „Schaeffler Mover“ zu, den die Schaeffler Gruppe in das neue Unternehmen einbringt.  Das kleine und sehr wendige Fahrzeugkonzept ist rein elektrisch betrieben und kann – mit verschiedenen Aufbauten versehen – in urbanen Räumen für flexible Transportaufgaben eingesetzt werden. Schaeffler hat den Mover auf der diesjährigen Hauptversammlung im April erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

„Mit dem ‚Schaeffler Mover‘ demonstrieren wir unseren Anspruch, ein innovativer Partner im Bereich mechatronischer Fahrwerksysteme zu werden und diese Rolle bis hin zum ‚Rolling Chassis‘ weiter auszubauen, wo wir uns mittelfristig als einer der führenden Anbieter positionieren wollen. Der Schaeffler Mover dient uns hierbei in erster Linie als Entwicklungsplattform, um zukünftige Produkte für Fahrzeughersteller zu entwickeln und zu industrialisieren. Als funktionssicheres und zuverlässiges Fundament für diese Produkte werden wir SPACE DRIVE im Rahmen des Joint Ventures konsequent und entsprechend zukünftiger Kundenanforderungen weiterentwickeln. Auch ganze Fahrplattformen für Logistik- und Serviceunternehmen sind in Zukunft denkbar“, sagt Dr.-Ing. Dirk Kesselgruber.

„Schaeffler ist aus meiner Sicht der ideale Partner, um die einzigartige Technologie SPACE DRIVE weiterzuentwickeln, zu skalieren und zu industrialisieren“, sagt Roland Arnold. „Das Unternehmen verfügt über umfassendes technisches Know-how, ganz besonders auch in den zukunftsträchtigen Bereichen Mechatronik und mechanische Aktorik. Besonders wichtig ist für mich bei diesem Schritt aber auch der kulturelle Aspekt, denn beide Partner haben das Selbstverständnis von Familienunternehmen. Und schließlich werden auch die Paravan GmbH und deren Kunden von der heute vereinbarten Zusammenarbeit profitieren.“

eHighway auf deutschen Autobahnen: HEITEC ist auch beteiligt

Der Lkw-Verkehr ist eine Hauptquelle vieler Umweltbelastungen.

Bis 2050 wird eine Verdreifachung der weltweiten Transportleistungen erwartet.  Als Folge befürchten Experten eine Verdoppelung der Kohlendioxidemissionen aus dem Straßenverkehr. Mit eHighway präsentiert Siemens jetzt eine innovative Lösung für den
Güterverkehr der Zukunft. Beteiligt an dem Projekt ist auch HEITEC

Aktuell werden in Deutschland zwei Autobahnteilstücke im Rahmen des Verbundprojekts „Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs” als Teststrecke mit notwendiger Infrastruktur für den Betrieb von elektrischen Hybrid-Lkw ausgerüstet: Ein fünf Kilometer langer Abschnitt der A5 zwischen den Anschlussstellen Zeppelinheim/ Cargo City Süd des Frankfurter Flughafens und Darmstadt/Weiterstadt (Elisa-eHighway) sowie in Lübeck auf
der Autobahn A1 eine sechs Kilometer lange Strecke (FeSH-eHighway).

Die Oberleitungen in Hessen und Schleswig-Holstein sollen bis Ende 2018 errichtet werden, so dass die ersten elektrisch betriebenen LKW Anfang 2019 über den eHighway rollen könnten. Mit der Errichtung der Anlage soll der praktische Nachweis der Integrationsfähigkeit von Oberleitungssystemen im Straßenraum erbracht werden. Elektrizität aus der Oberleitung ermöglicht, anders als Akkus, Fahrten über lange Strecken.

Allerdings müssen dafür wie auch bei der Bahn Strommasten aufgestellt werden. Im Dach des Lkw befinden sich Sensoren, die erkennen, ob sich über dem Fahrzeug eine Oberleitung befindet. Ist dies der Fall, fahren die im Dach des Führerhauses eingebauten Abnehmer automatisch aus. Diese versorgen den Elektromotor des Lastkraftwagens mit Strom.

Gleichzeitig lädt sich die mitgeführte Batterie auf. Der Stromabnehmer ist eine Weiterentwicklung des bereits in Zügen bewährten Systems. HEITEC-Energietechnik plant in Zusammenarbeit mit Siemens-Mobility für Elisa-eHighway die Kabeltrassen zwischen den beiden Unterwerken und den Einspeisemasten zur Oberleitung als auch die Lagepläne der beiden Unterwerke für FeSH-eHighway.

Quelle.

Metz MECATECH Pedelec Roller aus Zirndorf

Start-up mit 80 Jahren Erfahrung

IMG_3639 © Metz Mecatech

Geschäftsführer Lauri Jouhki mit dem Pedelec-Roller „Metz Moover“.

Weil das Geschäft mit hochwertiger Fotoblitz-Technik stagniert, baut sich Metz Mecatech neue Standbeine auf.

Ein „Start-up mit 80 Jahren Produktionserfahrung“: So bezeichnet Lauri Jouhki, Jahrgang 1984 und seit 2015 Geschäftsführer der Metz Mecatech GmbH in Zirndorf, seine aktuell 165 Mitarbeiter zählende Firma. Und das trifft es genau: Denn einerseits feiert der im November 1938 von Paul Metz gegründete, weltweit renommierte Qualitätshersteller von Radios, Fotoblitzen und Fernsehgeräten „Made in Germany“ dieses Jahr schon sein 80-jähriges Bestehen. Andererseits ging das Unternehmen im Winter 2014 in die Insolvenz und wurde anschließend in die Metz Consumer Electronics GmbH und die Metz Mecatech GmbH aufgeteilt. Der erste Unternehmensteil ging im Mai 2015 an den chinesischen Elektronik-Konzern Skyworth, letzterer an die Fürther Daum-Gruppe. Dieser beschreitet nun mit dem neuen Pedelec-Roller „Metz Moover“ wie ein Start-up ganz neue Wege.

Bisherige Standbeine des Unternehmens

„Natürlich entwickeln und produzieren wir auch weiterhin innovative Blitzgeräte und professionelle Lösungen für Studio- und Aufnahmelicht“, betont Jouhki und verweist auf rund 50 000 Geräte pro Jahr, vor allem auf den inzwischen vielfach prämierten Systemblitz „Metz Mecablitz M400“, sowie auf die neueste Generation leistungsstarker LED-Leuchten „Metz Mecalight L1000BC“. Doch trotz aller Erfahrung, Entwicklungskompetenz und Produktqualität seien in diesem Markt realistisch betrachtet heute kaum noch Zuwächse zu erwarten, so der Geschäftsführer, eher im Gegenteil: „Die Verkaufszahlen für Fotokameras sinken – vor allem durch immer leistungsstärkere Handykameras – inzwischen faktisch jedes Jahr um rund 20 Prozent.“ Metz Mecatech brauche demnach für einen nachhaltigen, langfristigen Erfolg noch weitere Standbeine.

Der Unternehmensbereich Kunststofftechnik, mit dessen leistungsstarken Spritzgussmaschinen vor der Insolvenz Chassis für die werkseigenen Fernsehgeräte hergestellt wurden, ist ein solches zweites Standbein. Hier entstehen heute in Lohnfertigung und mit modernsten Verfahren von Spritzgusstechnik und Oberflächenbearbeitung große Kunststoffteile, zum Beispiel Gehäuse für Kaffeevollautomaten oder Fahrzeugkomponenten. „Dank unternehmenseigener Fertigung und Qualitätsmanagement können wir hier sehr flexibel und schnell produzieren und individuelle Lösungen in technischer Perfektion liefern“, so Jouhki. Aktuell würden rund 90 Prozent der Großteile-Lohnfertigung an die Automobilindustrie geliefert, hier sehe er auch noch Wachstumspotenziale.

Das dritte Standbein ist die Entwicklung und hauseigene Produktion sogenannter SMD-Leiterplatten, also oberflächenmontierter Bauelemente, wie sie heute zu Tausenden beispielsweise in Kamerablitzen, Fernsehern oder auch Fahrzeug- und E-Bike-Motoren als digitale Steuerelemente unverzichtbar sind. Mit den in Zirndorf individuell und flexibel gefertigten Leiterplatten werden aktuell aber nicht nur die firmeneigenen Produkte wie Aufnahmelichter und Blitzgeräte bestückt; inzwischen profitiert auch die Daum-Gruppe bei den Antriebstechnologien für Fahrrad-Ergometer, Pedelecs und E-Mobilität vom Know-how und den modernen SMD-Kapazitäten von Metz Mecatech. Auch bei SMD will Jouhki die Lohnfertigung künftig noch verstärken.

„Die drei Metz-Mecatech-Bereiche Aufnahmelicht, Kunststofftechnik und SMD erwirtschaften mittlerweile jeweils etwa ein Drittel unseres Gesamtumsatzes, der aktuell bei rund 20 Mio. Euro pro Jahr liegt“, zieht der Geschäftsführer Zwischenbilanz. Doch angesichts der langfristig bestenfalls stagnierenden Entwicklungsprognose für den Blitzgeräteumsatz mussten absehbar neue Ideen und Märkte gefunden werden, um den seit September 2017 kurzarbeitenden Unternehmensteil mit seinen 165 Beschäftigten nachhaltig auf Erfolgskurs zurückzubringen.

Neuer Markt E-Mobilität

Als viel versprechende Zukunftschance für den Zirndorfer Mittelständler erwies sich in dieser Situation das Thema Elektromobilität. Während der Absatz von Blitzgeräten weiter rückläufig ist, wächst der Markt für umweltfreundliche Transportlösungen seit Jahren rasant. Zudem war bei Metz Mecatech sowie der Daum-Gruppe das entscheidende technische Know-how in den Bereichen SMD-Steuerungskomponenten und E-Bike-Motoren bereits vorhanden, was sich für die Produktentwicklung nutzen ließ.

Für diese Kompetenzen gebe es im Bereich der Arbeitswege Potenzial für das Unternehmen. So hätten laut Jouhki aktuelle Statistiken und Bedarfsanalysen ergeben, dass circa 30 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland täglich eine Strecke von bis zu fünf Kilometern bis zum Arbeitsplatz zurücklegen. Während für längere umweltfreundliche Wegstrecken das Angebot von Pedelecs und E-Bikes bereits sehr breit gefächert ist, fehlte Jouhki zufolge bisher noch eine praktische und kompakte Lösung für eben diese Kurzstrecken: „So entstand bei uns die Idee zu unserem neuen Pedelec-Roller ‚Metz Moover‘.“

Ein erster Prototyp des elektrobetriebenen Pedelec-Rollers für diesen Bereich der sogenannten Mikromobilität wurde schließlich nach monatelanger Entwicklungsarbeit im Herbst 2017 der Öffentlichkeit präsentiert. Er sorgte bei der in Zirndorf erschienenen Politik und Prominenz sowie in den lokalen Printmedien für einiges Aufsehen (WiM berichtete). Mit seiner Spitzengeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern und einer Reichweite bis zu 20 Kilometern soll der als Pedelec geprüfte „Metz Moover“ künftig die E-Mobilitätslücke bei den Mini-Distanzen schließen, so Jouhki: „Wer holt schon für den kurzen Weg bis zum Bus, zur U-Bahn oder für den schnellen Einkauf extra sein schweres E-Bike aus dem Keller?“ Der Metz-Roller sei dafür perfekt, zudem könne man ihn zusammenklappen und im öffentlichen Verkehr als Gepäckstück ohne Zusatzfahrschein mitnehmen.

Auch in einen Kofferraum passe der Pedelec-Roller, erklärt der Geschäftsführer weiter, und eigne sich somit für Ausflüge, Wohnmobil und Camping. Neben umweltbewussten Arbeitnehmern, Pendlern, Urlaubern und sonstigen Endkunden denkt Jouhki aber auch an die Nutzung durch Industrie und Gewerbe: „Überall dort, wo es bei der Arbeit längere Wege gibt, zum Beispiel im Werksverkehr oder bei Großimmobilien wie Flughäfen, legt unser ‚Moover‘ die Strecken schnell und komfortabel zurück.“ Weiterhin denkbar ist für ihn zum Beispiel eine Nutzung durch Hotels oder im Stadttourismus als Verleihgeräte für kürzere Distanzen: „Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig.“

Inzwischen ist seit Anfang April in Zirndorf die Serienfertigung für den Pedelec-Roller angelaufen. Seitdem sei bei Metz Mecatech auch die Kurzarbeit wieder vorbei. Die ersten Kontingente wurden bereits ins benachbarte Ausland nach Österreich und in die Schweiz geliefert. Für Deutschland läuft derzeit noch eine letzte Prüfung zur Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), deren Ergebnis Jouhki allerdings zeitnah erwartet: „Dann startet unsere ‚Mission Moover‘ und die Auslieferung auch in Deutschland.“ Großes Interesse und ausreichend Nachfrage seien bereits vorhanden.

Autor:(mag.)
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Quelle: WIM online

Elektromobilität: Wann macht die Umstellung des Fuhrparks auf Elektroautos Sinn?

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© N-Ergie / Claus Felix

Wann macht die Umstellung des Firmenfuhrparks auf Elektroautos Sinn? Wie geht man vor?

Das drohende Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in den Innenstädten ist nur eines von zahlreichen Motiven von Unternehmen, die bei ihrem Firmenfuhrpark stärker auf Elektromobilität setzen wollen. Andere stellen das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Auf jeden Fall will die Umstellung gut geplant sein und die Unternehmen sollten sich über ihre Motive klar werden. Will man vor allem aus ökologischen Gründen auf Elektroautos umsteigen, ist zu berücksichtigen, dass diese nur dann eine klar positive Ökobilanz aufweisen, wenn sie mit Strom aus regenerativen Energiequellen geladen werden. Bei einem konventionellen Strom-Mix ist die Gesamtbilanz des Fahrzeugs nur unwesentlich günstiger als mit Verbrennungsmotor. Ein weiterer Punkt beim Thema Nachhaltigkeit: Es kann beispielsweise geprüft werden, ob sich die Zahl der Fahrten mit Hilfe moderner Kommunikationstechnik (virtuelle Meetings, Homeoffice-Tage etc.) von vorne herein verringern lässt. Schließlich sind vermiedene Fahrten ökologisch am sinnvollsten.

Ein Fuhrpark, der ganz oder teilweise aus Elektroautos besteht, muss mehrere Ziele erreichen: Er sollte ökologischen Kriterien genügen und gleichzeitig den Mitarbeitern funktionale und zeitgemäße Fortbewegungsmittel zur Verfügung stellen. Vielfach werden diese Aspekte nicht ausreichend analysiert, sodass die anfängliche Euphorie häufig verfliegt, wenn Mängel bei Komfort und Reichweite auftreten und dadurch betriebliche Aufläufe gestört werden. Dies lässt sich bei guter Planung vermeiden, wie auch ein internes Projekt der N-Ergie ergab, bei dem vor zwei Jahren die hauseigene Fahrzeugflotte daraufhin überprüft wurde, wo es Potenziale für Kosteneinsparungen gibt und in welchen Bereichen die Umstellung auf Elektrofahrzeuge sinnvoll ist. Aus diesen Erfahrungen lassen sich grundlegende Empfehlungen für die Umstellung ableiten.

Fahrstrecken analysieren

In einem ersten Schritt muss man grundlegende Daten erheben wie Standorte der Fahrzeuge, Nutzungszeiten und Länge der täglichen Strecken. Diese Datenmengen wird man nur dadurch bewältigen und sinnvoll auswerten können, indem die Fahrtenbücher digitalisiert werden. Anschließend werden Interviews mit den Mitarbeitern der Fachabteilungen geführt, die die Fahrzeuge einsetzen. Die Einschätzungen, die die Mitarbeiter in den Gesprächen über den täglichen Umfang ihrer Fahrten und die erforderlichen Reichweiten geäußert haben, werden dann mit dem Bedarf abgeglichen, der sich aus der Analyse der Fahrtenbücher ergeben hat. Erfahrungsgemäß überschätzen die Kollegen tendenziell die Anforderungen, die die Fahrzeuge nach ihrer Meinung erfüllen sollen. Berücksichtigt werden muss zudem, ob bestimmte Mitarbeiter oder Abteilungen Fahrzeuge mit besonderer Ausstattung benötigen (z. B. Fahrzeuge für Service-Techniker mit Werkzeug oder festen Einbauten). Diese Fahrzeuge können in der Regel nicht im allgemeinen Fahrzeug-Pool angeboten werden, der allen Mitarbeitern für „normale“ Fahrten offen steht. Positiver Nebeneffekt einer solchen umfassenden Analyse: Es dürften dadurch bisher nicht erkannte Einsparungspotenziale aufgedeckt werden, ob es nun am Ende tatsächlich zu einer Umstellung auf Elektromobilität kommt oder nicht. Ein Ergebnis könnte sein, dass der Fahrzeugpark noch zu diversifiziert ist und dass man stärker auf weitgehend einheitliche Fahrzeuge mit standardisierter Einrichtung setzen sollte. Dadurch verringern sich Aufwand und Kosten bei Beschaffung und Wartung deutlich.

Nachdem man Erkenntnisse über Fahrzeiten, Fahrstrecken und Anforderungen an die Fahrzeuge gewonnen hat, sollten in einem zweiten Schritt Nutzergruppen mit ähnlichem Mobilitätsbedarf zusammengefasst werden. Dadurch wird es möglich, Pkw und auch Nutzfahrzeuge standortbezogen in Carpool-Einheiten zusammenzufassen. Die Fahrzeug-Pools orientieren sich nicht an Geschäftsbereichen und Abteilungen, sondern an den Anforderungen der einzelnen Mitarbeiter. Fahrzeuge, die bisher nur bestimmten Abteilungen zur Verfügung standen und damit oft nicht optimal genutzt wurden, können nun auch von anderen Abteilungen gebucht werden. Aus Sicht des einzelnen Mitarbeiters bedeutet das, dass die Fahrzeug-Pools größer und die Möglichkeiten der Buchung flexibler werden. Außerdem reduzieren sich die Standzeiten der einzelnen Fahrzeuge und dadurch auch die Kosten für den gesamten Fuhrpark. Um diese Potenziale überhaupt zu nutzen, ist eine benutzerfreundliche Software nötig, die allen berechtigten Mitarbeitern offen steht und bei der sich Einschränkungen für spezielle Fahrzeuge voreinstellen lassen (z. B. Allrad- oder Sonderfahrzeuge nur für bestimmte Berechtigte).

Wo sind Elektroautos sinnvoll?

Parallel zu diesen Analysen wird überprüft, wo der Einsatz von Elektrofahrzeugen sinnvoll ist: Für jedes Fahrzeug wird im EDV-System hinterlegt, welche Strecke bei 90 Prozent der damit absolvierten Fahrten zurückgelegt wird. Sobald für diese Reichweite ein geeignetes Elektromodell am Markt zur Verfügung steht, wird das Fahrzeug bei der nächsten Erneuerung getauscht. Für die restlichen zehn Prozent der Fahrten müssen im Pool natürlich Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor angeboten werden. Wenn man davon ausgeht, dass in den kommenden Jahren auch Transporter mit einer Reichweite von 300 Kilometern erhältlich sind, ist absehbar, dass ein beträchtlicher Teil der betrieblichen Fahrzeugflotten durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden kann.

Die durchschnittliche tägliche Fahrtstrecke der Fahrzeuge im Pool der N-Ergie liegt bei 65 Kilometern. Weil aber die „Reichweitenangst“ bei vielen Mitarbeitern noch weit verbreitet ist, werden nur Modelle angeschafft, deren Reichweite bei mindestens 150 Kilometern liegt. Für das Gros der tatsächlichen Fahrten würden also Fahrzeuge mit weit geringerer Reichweite genügen. Um die Batterie bei Bedarf unterwegs doch aufladen zu können, finden sich an Bord der Elektroautos Ladekarten des Ladeverbundes Franken+. Für Kollegen mit Elektro-Dienstfahrzeugen werden außerdem zuhause Wandladestationen eingerichtet.

Generell reichen bei Betreibern kleiner Fuhrparks mit etwa drei bis fünf Elektrofahrzeugen zwei bis drei Ladestationen ohne IT-Intelligenz aus. Wenn kein weiterer Ausbau angedacht wird, dürfte sich für sie die Investition in aufwendige IT-Lösungen nicht rechnen und sie können die Ladestationen in die vorhandene Hausinstallation integrieren. Bei größeren Fuhrparks empfiehlt es sich jedoch bereits vor der Errichtung der ersten Ladestation, den späteren Ausbau in die Planungen mit einzubeziehen. Sowohl die Anschlussleistung als auch die Systeme für die interne und externe Verrechnung sollten sich an den wachsenden Bedarf problemlos anpassen lassen.

Die derzeit angebotenen Buchungs-Tools können leider die Reichweiten und Ladestände von Elektrofahrzeugen noch nicht so verarbeiten, dass bei jeder Buchung ein Fahrzeug mit gerade ausreichender Ladekapazität zur Verfügung gestellt wird. Wünschenswert ist eine Plattform-Lösung, die Elektrofahrzeuge nach tatsächlichem Ladestand und Reichweitenbedarf zuweisen, aber auch die Abrechnung und das Last- und Lademanagement übernehmen kann. Eine solche Lösung wird derzeit von der N-Ergie entwickelt. Ziel ist ein Last- und Lademanagement, das mit der Buchungs-Software verbunden ist und steuern kann, welches Fahrzeug wann vollgeladen zur Verfügung stehen muss. Der Fahrzeugnutzer selbst bucht dann in Zukunft kein bestimmtes Fahrzeug mehr, sondern gibt lediglich die Anzahl der benötigten Sitzplätze, das Ladevolumen und die erforderliche Reichweite ein. Das Buchungstool wird dann das nächste passende Fahrzeug zuweisen. Weiterer Vorteil einer solchen Lösung: Das Fahrpark-Management könnte alle registrierten Fahrten analysieren und die Beschaffung neuer Fahrzeuge weiter optimieren – ein zusätzliches Potenzial für Kosteneinsparungen.

Zu empfehlen ist also, die Umstellung auf Elektromobilität in eine umfassende Analyse des Fuhrparks einzubinden. Erfahrungsgemäß sind die Mitarbeiter anfangs skeptisch, entwickeln dann aber eine große Akzeptanz, ja Begeisterung für die E-Mobilität. Denn bei einem gut gemanagtem Fuhrpark und einer sorgfältig geplanten Einführung von Elektroautos wird sich die „Reichweitenangst“ der Mitarbeiter verflüchtigen.

Autor: Von Claudia Heinrich

Claudia Heinrich ist Leiterin des Fuhrparks der N-Ergie Aktiengesellschaft in Nürnberg (www.n-ergie.de).

Quelle: WIM online.

VDL weiht Testareal für Ladelösungen im Busbetrieb ein

Der niederländische Nutzfahrzeugspezialist VDL hat in Valkenswaard einen Teststandort für Ladeinfrastruktur von Elektrobussen in Betrieb genommen. An der „Charging Plaza“ können maximal sieben Fahrzeuge gleichzeitig auf unterschiedliche Art geladen werden.

Mehr unter: http://www.vdlbuscoach.com/News/News-Library/2018/VDL-presenteert-uniek-laadplein-in-Valkenswaard.aspx

Quelle.