Analyse des Fuhrparks im Rahmen der Elektromobilitätsstudie des Landkreises Erlangen-Höchstadt

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt bietet die Möglichkeit, eine kostenlose Analyse Ihres Fuhrparks durch die Mobilitätswerk GmbH vornehmen zu lassen.

Dabei werden sowohl Einsparpotentiale durch eine einfache oder systemgestützte Disposition, als auch Elektrifizierungspotentiale untersucht. Sie erhalten neben der Anzahl der Fahrzeuge, die eingespart und elektrifiziert werden können, auch Handlungsempfehlungen zur Einführung sowie begleitenden Maßnahmen, bspw. die Installation von Ladeinfrastruktur.

Im Rahmen der Konzepterstellung selbst kann der Landkreis eine begrenzte Anzahl an Fuhrparks, idealerweise verschiedene und repräsentative Größenordnungen, untersuchen lassen.

Kontakt ERH:

Bei Interesse an einer Analyse oder Nach- und Rückfragen wenden Sie sich bitte gern an Herrn Simon Rebitzer (Klimaschutz Landkreis Erlangen-Höchstadt, 09131/803-1274) oder Frau Sophie Fichtner von der Mobilitätswerk GmbH (0351/ 896965 73).

https://www.erlangen-hoechstadt.de/leben-in-erh/energie-klima/elektromobilitaetskonzept/

Energiegipfel 2020 | 4-teilige Webinarreihe im Juli 2020 (Mobilität | H2 | E-Fuels | e-Ladetechnik)

Um die Klimaziele der EU und Deutschlands zu erreichen, bedarf es neben dem Umbau des Energiesystems natürlich auch der viel zitierten Verkehrswende. Der diesjährige Energiegipfel Mainfranken-Tauberfranken steht also unter dem Motto „Mobilität der Zukunft“. Betrachtet werden sollen jedoch nicht Mobilitätskonzepte, sondern vielmehr die dahinterstehenden Antriebstechniken. Fossile Energieträger im Verkehrsbereich – z.B. Diesel oder Kerosin – müssen über kurz oder lang durch klimaneutrale Energieträger ersetzt werden. Die Weichen dafür sind bereits gestellt, die Forschung und Entwicklung aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen.

Welche Möglichkeiten bieten uns Entwicklungen im batterieelektrischen Antrieb? Für welche Mobilitätsanforderungen eignet sich Wasserstoff und werden E-Fuels im Kraftstoffmarkt mitmischen können? Antworten auf diese und weitere Fragen möchte der Energiegipfel Mainfranken-Tauberfranken – aus aktuellem Anlass als Webinarreihe konzipiert – geben. Dabei soll nicht nur der Status quo beleuchtet werden, sondern auch ein Ausblick in die nähere Zukunft gegeben werden.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Programm:

07.07.2020 | Überblick über die Mobilität der Zukunft,
                    Stefan Siegemund, Deutsche Energie-Agentur (dena), Berlin

14.07.2020 | Wasserstoff als Chance für die Mobilität,
                    Manfred Limbrunner, Proton Motor Fuel Cell GmbH, Puchheim,
                    Philipp Runge,Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B), Nürnberg

21.07.2020 | E-Fuels – Flüssige Energieträger in der Energiewende,
                    Andreas Maier, Institut für Wärme und Oeltechnik e. V., Hamburg

28.07.2020 | Ladetechnologie für Elektrofahrzeuge – Status quo und Ausblick,
                    Prof. Dr. Ansgar Ackva, (TTZ-EMO), Bad Neustadt/Saale /
Lutz Engel, e-mobil BW GmbH , Stuttgart

Weitere Informationen und Anmeldung bei der IHK Heilbronn-Franken unter: https://heilbronn.ihk.de/dachmarken/ihkhnunternehmen/idAppointment-2981.aspx

Siemens trägt mit eBus-Ladeinfrastruktur zu nachhaltigem Stadtverkehr in Nürnberg bei

ONLINE-WORKSHOP: Aufbau eines Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks „Entwicklung neuer Technologien auf Basis von Wasserstoff und Brennstoffzellen für die Mobilität von Morgen“

Netzwerkpartner gesucht

Zum Thema „Entwicklung neuer Technologien auf Basis von Wasserstoff und Brennstoffzellen für die Mobilität von Morgen“ findet am 17. Juni ein Online-Workshop statt.

Ehrgeizige Klimaschutzziele erfordern ein gemeinsames Denken der Bereiche Energie, Industrie und Mobilität. Wasserstoff bietet hierfür vielfältige Lösungen für den Mobilitätssektor, die im E-Mobilitätscluster entwickelt und genutzt werden sollen.

Gerade neue Antriebstechnologien, wie z. B. die E-Mobilität spielen die zentrale Rolle für das Erreichen der Klimaschutzziele: Die Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor um 40 bis 42 Prozent bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 1990 wird nur möglich sein, wenn der Einsatz alternativer Antriebe und Kraftstoffe ein wesentlicher Bestandteil werden. Die neuen Antriebs- und Kraftstoffoptionen sind grundsätzlich umsetzbar, allerdings bestehen erhebliche Unterschiede hinsichtlich ihrer technologischen Reife, des weiteren Bedarfs an Forschung und Entwicklung, ihrer Marktreife und der Einsatzmöglichkeiten, bei denen ihr Potential zur Emissionsreduzierung besonders wirksam werden kann.

Das E-Mobilitätscluster Regensburg und die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg werden in Kooperation mit der IHK Regensburg für Oberpfalz und Kelheim ein Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk (F&E) initiieren, um neue Technologien auf Basis von Wasserstoff und Brennstoffzellen für die Mobilität von Morgen zu entwickeln. Der Workshop richtet sich an Unternehmen mit entsprechenden Kompetenzen im F&E-Bereich, mit der Bereitschaft an unternehmensübergreifenden Open Innovation Projekten mitzuarbeiten, Wissen zu teilen und gemeinsam neue Technologien zu entwickeln.

Ziel des Workshops ist die gemeinsame Erarbeitung eines technologischen Schwerpunkts des Netzwerks und die Erarbeitung möglicher Ansätze für F&E-Verbundprojekte. Darüber hinaus wird bereits im Workshop eine konkrete Zusammenarbeit mit der OTH Regensburg vorgestellt. Hier ist ab 2021 eine Wasserstofftestumgebung/Labor vorhanden, die auch Unternehmen zur Verfügung gestellt wird.

Eine Förderung des Netzwerks durch das Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des Programms Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) ist beabsichtigt. Wirtschaftliches Ziel des Netzwerks ist es, durch gemeinsame Projekte neue Technologien und damit neue Marktsegmente zu erschließen und bestehende Produkte und Kompetenzen der am F&E-Netzwerk beteiligten Partner durch die Zusammenarbeit zu erweitern.Im Projektzeitraum 2021 bis 2024 sollen vier F&E-Verbundprojekte initiiert. Über das Netzwerk werden zur Finanzierung der Projekte Fördermittel für die beteiligten Partner beantragt. Bereits ab Start der Netzwerkarbeit werden die Kompetenzen der Partner durch Newsletter, Social Media und Konferenzen aktiv vermarktet.

ONLINE-WORKSHOP: Aufbau eines Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks „Entwicklung neuer Technologien auf Basis von Wasserstoff und Brennstoffzellen für die Mobilität von Morgen“
Mittwoch, 17.06.2020, 14:00 – 16:00 Uhr
Die Veranstaltung ist kostenlos.
Hier geht es zur Agenda und Anmeldung.

FAU + TUM: Bayern bündelt Kräfte in der Wasserstoff-Forschung – Sieben neue Professuren im Bereich Wasserstofftechnologie

Die Staatsregierung hat in Nürnberg die Bayerische Wasserstoffstrategie vorgestellt. Ein wichtiger Teil dieser Strategie ist die Förderung der Mobilitätsforschung. Die FAU und die Technische Universität München (TUM) haben sich zusammengeschlossen, um Wasserstoff-Technologien zur Mobilität gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wirtschaft weiter zu erforschen und in die Anwendung zu bringen.

Mehr unter: https://www.fau.de/2020/06/news/wissenschaft/fau-tum-bayern-buendelt-kraefte-in-der-wasserstoff-forschung/

ZUKUNFT WASSERSTOFF. PERSPEKTIVEN DER (BAYERISCHEN) WASSERSTOFFWIRTSCHAFT

#NUEdialog 2020

2. Nürnberger Dialog Wirtschaft und Wissenschaft

Anwendungen von Wasserstoff in der Mobilität und in der Industrie sind gerade für Bayern und Deutschland mit seinen führenden Fahrzeugherstellern und Zulieferunternehmen von großer Bedeutung. Und auch die Wasserstofferzeugung und -logistik bietet vielfältige Herausforderungen und Chancen für die Wirtschaft. Auf dem #NUEdialog 2020 mit dem Schwerpunktthema Wasserstoff trifft Forschung auf Praxis, um gemeinsam über die Perspektiven der (bayerischen) Wasserstoffwirtschaft zu diskutieren und schnellstmöglich den Einsatz von Wasserstoff in der breiten Praxisanwendung zu erreichen. Der Nürnberger Dialog Wirtschaft und Wissenschaft #NUEdialog richtet sich dabei gezielt an ein Fachpublikum aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, an Vordenker und Entscheider sowie an engagierte Nachwuchstalente und Studierende. Auf die Teilnehmenden warten auch 2020 wieder spannende Keynotes, Fachvorträge, Panel-Diskussionen, Ausstellungen und eine Networking-Plattform.

Die Veranstaltung findet am 18. November 2020 in einer geplanten Kooperation mit der NürnbergMesse statt – sowohl vor Ort im Messezentrum Nürnberg als auch digital.

Die IHK Nürnberg für Mittelfranken ist Partner. Mehr unter: https://www.nuedialog.rw.fau.de/

Smart Regions Bayern

Unter der Marke “Smart Regions Bayern” stellt die Themenplattform Smart Cities and Regions für alle interessierten Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Initiativen, Verbänden und Organisationen Informationen und Vernetzungsmöglichkeiten rund um das Thema Smart Regions in Bayern zusammen.

Sie finden (ab Mai 2020) eine kontinuierlich aktualisierte Liste an innovativen Smart Cities and Regions Umsetzungsprojekten und Initiativen. Ferner können Sie schon jetzt unsere kostenlose Kommunikationsplattform nutzen.

Mehr unter: https://zentrum-digitalisierung.bayern/smart-regions/

Mobilitätskonzepte: Alles schön teilen!

Mehr öffentlicher Nahverkehr, Mobilitätspunkte und Carsharing: So soll der Verkehr nachhaltiger werden.

Ein leistungsfähiger Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ist ein zentraler Baustein der Verkehrswende und für eine umweltverträglichere Mobilität. Der Bayerische Städtetag gab jüngst die Marschrichtung vor: „Nötig ist die Verlagerung vom Auto auf klimaschonende Verkehrsmittel wie Fuß, Rad, Bus, Tram, S-Bahn, U-Bahn und Bahn.“

Rückenwind für den ÖPNV kommt vom Bund: Um die Verkehrswende besser auf die Spur zu bringen, wurde das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz als Teil des Klimapakets der Bundesregierung geändert. So werden die Bundeshilfen für den öffentlichen Personennahverkehr aufgestockt. Damit stehen in diesem Jahr 665 Mio. Euro für den Aus- und Neubau von Bahnhöfen und Haltestellen des schienengebundenen öffentlichen Nahverkehrs zur Verfügung – doppelt so viel wie in den vergangenen Jahren. Dieser Topf wird bis zum Jahr 2025 auf zwei Mrd. Euro aufgestockt. Anders als bisher dürfen diese Gelder auch in die Grunderneuerung fließen, um auch U-Bahnhöfe, Tunnel und Treppenaufgänge zu sanieren. Außerdem steigt der Fördersatz des Bundes von 60 auf 75 Prozent und auch kleinere Vorhaben und Projekte sind nun förderfähig.

Ebenfalls Teil des Klimapaketes der Bundesregierung ist das geänderte Regionalisierungsgesetz, das den Ländern mehr Geld für den Öffentlichen Personennahverkehr auf der Schiene beschert. Die Bundesländer erhalten im laufenden Jahr 150 Mio. Euro mehr, 2021 erfolgt eine weitere Aufstockung um 150 Mio. Euro.

Auf der Konferenz für die Metropolregion Nürnberg zum Thema „Die Zukunft der Mobilität“ im letzten November betonte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, dass ein attraktiver, leistungs- und zukunftsfähiger öffentlicher Nahverkehr nicht nur am wichtigsten für das Erreichen der Klimaziele sei. Vielmehr sei der ÖPNV auch der Schlüssel für eine effiziente Mobilität im 21. Jahrhundert. Deshalb hatte der Freistaat im vergangenen Jahr rund 1,5 Mrd. Euro für Investitionen in den bayerischen ÖPNV bereitgestellt, das waren fast zehn Prozent mehr als im Jahr 2017. Das Geld wurde u. a. für neue U-Bahn- und Straßenbahnfahrzeuge sowie für den Ausbau des S-Bahn-Netzes Nürnberg verwendet.

Außerdem soll im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) ein 365-Euro-Ticket für Auszubildende und Schüler zum Schuljahr 2020/21 eingeführt werden. Ein Nürnberger Bürgerbegehren für ein 365-Euro-Ticket für alle war gerade erfolgreich und muss nun im Stadtrat behandelt werden oder führt zu einem Bürgerentscheid. Vorbild für dieses Anliegen ist das Wiener Modell, dass allerdings unter anderen Voraussetzungen realisiert wurde. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) weist immer wieder darauf hin, dass sich in Wien die Zahl verkaufter Jahreskarten seither zwar verdoppelt hat. Der Effekt auf die Fahrgastzahlen sei dagegen eher gering gewesen. Preisanpassungen wirkten im ÖPNV aufgrund einer unelastischen Nachfrage viel geringer als in anderen Branchen, unterstreicht der VDV. Der Verband will lieber in das Angebot, die Kapazitäten und die Qualität investieren, bevor die Tarife gesenkt werden.

Aus Sicht von IHK-Verkehrsreferent Ulrich Schaller hat ein 365-Euro-Ticket für alle unbestreitbare Vorteile, aber die Unterfinanzierung des ÖPNV würde sich dadurch verschärfen. Fahrgeldeinnahmen seien die wichtigste Säule der ÖPNV-Finanzierung, reichten aber bei weitem nicht aus. Bevor Tarifsenkungen umgesetzt werden könnten, müssten zur Verfügung stehende öffentliche Mittel zunächst in den Ausbau und die Modernisierung fließen. In Mittelfranken gebe es bereits gute Beispiele von Unternehmen, die die ÖPNV-Nutzung ihrer Mitarbeiter mitfinanzieren und weitere alternative Mobilitätsangebote bieten. So sei durch die Kooperation der IHK mit der VAG seit 2017 das sogenannte „Firmen-Abo ab 5“ (siehe Meldung Seite 36) entstanden. Seitdem wird auch kleineren Unternehmen ermöglicht, ihre Mitarbeiter bei einer nachhaltigen Mobilität zu unterstützen. Gute Mobilitätsangebote für Mitarbeiter sollten aber in Zukunft noch mehr Schule machen.

Rückgrat für eine Mobilitätswende beim Personennahverkehr ist der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN). Er deckt immerhin eine Fläche von fast 16 000 Quadratkilometern mit rund 2,9 Mio. Einwohnern ab und registriert im Jahr über 250 Mio. Fahrten. IHK-Verkehrsexperte Ulrich Schaller sieht mehrere Ansatzpunkte, um den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen. Als Beispiele nennt er die Verdichtung von Taktfahrplänen, das Schließen von Lücken in der Verkehrsinfrastruktur und mehr sogenannte multimodale Schnittstellen, auch Mobilitätspunkte genannt. Darunter versteht man Punkte, an denen Busse und Bahnen sowie andere Mobilitätsdienste (z. B. Taxis, Fahrrad-Sharing, Carsharing) zusammentreffen und das Umsteigen erleichtern.

Mobilitätspunkte

Klassischerweise sind etwa Hauptbahnhöfe oder Park+Ride-Plätze solche Mobilitätspunkte. Für die geplante Stadtumlandbahn Nürnberg-Erlangen-Herzogenaurach (StUB) wird beispielsweise überlegt, eine direkte Anbindung an die A3 im Bereich der Rastanlage Aurach durch einen P+R-Parkplatz zu schaffen. Die Stadt Nürnberg hat 2015 begonnen, Mobilitätsstationen mit Carsharing-Stellplätzen im öffentlichen Raum aufzubauen und dadurch umweltfreundliche Verkehrsmittel besser zu vernetzen. Jede Mobilitätsstation in hochverdichteten innerstädtischen Gebieten liegt an einer Straßenbahn- oder U-Bahn-Haltestelle und verfügt über zwei bis drei Carsharing-Fahrzeuge, Radständer und eine Fahrrad-Verleihstation. Mittlerweile gibt es im Stadtgebiet 30 Mobilpunkte, die den ÖPNV mit Carsharing-Fahrzeugen des Partners Scouter sowie teils auch mit dem Fahrradverleihsystem VAG-Rad verknüpft. In den nächsten Jahren soll das Netz der Mobilpunkte auch verstärkt in Wohngebieten ausgebaut werden. Dadurch könnten Bürger künftig auf das eigene Auto verzichten. Carsharing reduziert den Parkdruck in Wohngebieten, da erfahrungsgemäß ein Carsharing-Fahrzeug bis zu elf private Pkw ersetzt.

Die aktuelle Untersuchung „Prämissen und Ziele für den Masterplan ‚Schneller und pünktlicher ÖPNV in Nürnberg‘“ der VCDB VerkehrsConsult stellt fest, dass der angestrebte Anteil von 70 Prozent der Verkehrsarten ÖPNV, Radverkehr und Fußgänger am Gesamtverkehrsaufkommen noch verfehlt wird. 2019 nutzten 39 Prozent den Pkw als Fahrer oder Mitfahrer, der ÖPNV-Anteil lag bei 23 Prozent, Radler machten 14 Prozent und Fußgänger 24 Prozent aus. Gegenüber dem Jahr 1998 konnte der Pkw-Anteil von damals 48 Prozent plus ein Prozent motorisierte Zweiräder durch Fahrräder und ÖPNV allerdings deutlich reduziert werden. Im vergangenen Frühjahr übernahm die VAG mit VAG-Rad das Nürnberger Bike-Sharing und zählte über 130 000 Fahrten – im Durchschnitt mit einer Strecke von etwas mehr als einem Kilometer.

Generell wird allerdings das Nürnberger Radewegenetz mit seinen über 295 Kilometern als nicht ausreichend angesehen. Manche kombinierten Rad- und Fußwege sind ein Nadelöhr, insbesondere an Bushaltestellen wird es manchmal für die Verkehrsteilnehmer gefährlich eng. Zu den Pluspunkten gehören zum Beispiel Einbahnstraßen, die für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet sind, sowie durchfahrbare Sackgassen.

Durch Radschnellverbindungen sollen längere Distanzen etwa für Berufspendler attraktiver werden. Sie bieten z. B. Pendlern auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit mehr Sicherheit und Komfort und könnten vor allem beim Einsatz von elektrisch unterstützten Rädern eine echte Alternative zum Auto eröffnen. Ein effektives Netz aus solchen Schnellwegen innerhalb der Städteachse soll neue Potenziale für den Radverkehr erschließen. Eine Machbarkeitsuntersuchung identifizierte vier Radschnellwege, die weitgehend mit den höchsten Standards umgesetzt werden könnten. Sie führen von Nürnberg nach Erlangen und weiter nach Herzogenaurach bzw. nach Fürth und nach Oberasbach/Zirndorf/Stein. Ergänzend wurden drei weitere Trassen als geeignete Radhauptverbindungen genannt: zwischen Erlangen und Fürth sowie von Nürnberg nach Lauf an der Pegnitz bzw. nach Schwabach. Das Besondere daran: Das dreistufige Konzept des Radschnellverbindungsnetzes setzt auf einen „Bayerischen Weg“. Das bedeutet, dass Radschnellwege, Radhauptverbindungen und Radverbindungen nicht an der Ortsbebauung enden sollen.

Carsharing

Ein Baustein mit wachsender Bedeutung für kommunale Mobilitätskonzepte ist das Carsharing. Der Bundesverband Carsharing (bcs) zählte Anfang des Jahres 226 Unternehmen, Genossenschaften und Vereine an 840 Orten in Deutschland. 219 von ihnen sind stationsbasierte Anbieter mit rund 12 000 Fahrzeugen. Stationsbasiert bedeutet, dass das Fahrzeug an einer Station abgeholt und dort auch wieder zurückgegeben werden muss. Bundesweit sieben Anbieter setzen dagegen mit ihren insgesamt 13 400 Fahrzeugen auf das Free-Floating: Das Auto wird per Handy geortet und dort abgeholt, wo es der letzte Nutzer abgestellt hat.

Im Großraum haben drei Anbieter als jeweiliger Mobilitätspunkt-Partner eine bevorzugte Stellung: In Nürnberg ist Scouter mit insgesamt 85 Autos – davon vier E-Autos und ein Kleintransporter – an insgesamt 51 Stationen präsent und verfügt über fast 3 500 Nutzer. Größter Standort ist mit neun Fahrzeugen der Mobilpunkt Hauptbahnhof, der im Quartal auf 700 bis 800 Buchungen kommt. Die meisten Buchungen pro Fahrzeug verbuchen die drei Scouter-Autos am Mobilpunkt Archivstraße mit 160 bis 180 Buchungen pro Auto und Quartal.

Das Konzept Free-Floating hält Scouter für verkehrspolitisch kontraproduktiv: Dabei würden nämlich One-Way-Fahrten gepusht, für die es aber in Nürnberg ein sehr gutes Netz aus U-Bahn, Straßenbahnen und Stadtbussen gibt. Lediglich in kleineren Stadtquartieren könnte Free-Floating eine Lösung sein, wenn keine festen Stellplätze bzw. städtische Mobilpunkte zu bekommen sind. In Mittelfranken ist Scouter bereits 2012 in Nürnberg, Erlangen und Fürth gestartet. Im Pkw-Bereich wächst das Geschäft aller Scouter-Städte jährlich um ca. 20 Prozent. Nürnberg war im letzten Jahr durch den Rückenwind der neuen Mobilpunkte mit rund 40 Prozent ein außerordentlicher Ausreißer nach oben.

In Erlangen wurde 2010 der Verein Carsharing Erlangen (CSE) gegründet, der mit politischem Anspruch den Autoverkehr reduzieren und Ressourcen schonen will. Heute bietet CSE in Erlangen und Umgebung 15 eigene Fahrzeuge an 17 Stationen an. Der Sharing-Pool wird durch die drei Elektrofahrzeuge der Elektromobilität Buckenhof – Uttenreuth – Spardorf (EM-BUS) und je ein Elektrofahrzeug in Heroldsberg und Herzogenaurach ergänzt. Die Mitglieder, zu denen auch die Stadt Erlangen gehört, können zusätzlich auch die Fahrzeuge von Scouter und von der Bahntochter Flinkster – zu anderen Tarifen – nutzen.

Die Stadt Erlangen hat im Jahr 2018 begonnen, Mobilpunkte einzurichten. Das dreistufige Konzept sieht kleine, mittlere und große Stationen vor. Die Grundausstattung umfasst einen Carsharing-Stellplatz, die Nähe zu mindestens zwei ÖPNV-Haltestellen sowie Fahrradabstellanlagen. Die größeren Varianten sehen mehr Stellplätze, E-Ladesäulen, Fahrradverleih, Lastenräder, Taxi und auch Fernbushalt und Gepäckschließfächer vor.

Mit einer angepassten Stellplatzsatzung fördert die Hugenottenstadt das Carsharing. Bei Wohnbauprojekten kann die Zahl der geforderten Parkplätze im Verhältnis eins zu fünf reduziert werden, wenn entsprechende Poolfahrzeuge vorgesehen werden. Beim Neubauprojekt Wassermann-Quartier wurden so mit zwei Sharing-Stellplätzen zehn konventionelle ersetzt. Die Bewohner sind automatisch für fünf Jahre kostenlose CSE-Mitglieder und müssen erst danach die vereinsübliche Einlage bezahlen.

Die Stadt Fürth hat im letzten Jahr sechs Mobilpunkte eingerichtet, die vom Partner Book-n-Drive mit Share-Fahrzeugen ausgestattet sind. An den Mobilpunkten finden sich bis zu drei Carsharing-Stellplätze sowie teilweise eine E-Ladesäule der Infra Fürth GmbH. Gestartet wurde mit 17 Fahrzeugen vom Kleinwagen bis zum Neunsitzer teils mit Hybrid- oder E-Antrieb. Book-n-Drive ist der erste Carsharing-Anbieter in Fürth, der ein kombiniertes Angebot anbietet. Zusätzlich zu den stationsbasierten Autos werden zehn stationsflexible „City-Flitzer“ angeboten, die nach dem Free-Floating-Prinzip spontan genutzt und in einem definierten CityFlitzer-Gebiet wieder auf einem kostenfreien Parkplatz abgestellt werden. Nach einem vielversprechenden Start will Book-n-Drive sein Angebot an weiteren Orten in der Region, z. B. in Erlangen und Nürnberg, ausweiten.

Außerhalb kommunaler Mobilitätskonzepte bieten auch private Verleihplattformen nach der Sharing-Idee Fahrzeuge an. Auf Plattformen wie SnappCar oder Getaround – ehemals Drivy – können private Autobesitzer zu einem selbstdefinierten Preis ihre Autos vermieten.

Zurückhaltung bei Betrieben

Der Stellenwert von Carsharing als Ergänzung zum betrieblichen Mobilitätsmanagement steckt dagegen noch in den Kinderschuhen. Für die Zurückhaltung der Firmen beim Thema Carsharing sieht Scouter zwei Gründe. Zum einen mache Carsharing für Unternehmen in der Regel nur Sinn, wenn direkt beim Standort auch eine Carsharing-Station liegt. Zum anderen hätten die Betriebe oft noch nicht die Vorteile der automatischen Fahrtabrechnung entdeckt, mit der im Vergleich zur firmeninternen Verwaltung eigener Fahrzeuge deutlich Verwaltungskosten gespart werden könnten. Mit den beiden neuen Scouter-Stationen an den Gewerbestandorten „Auf AEG“ in Nürnberg und Dr.-Mack-Straße in der Uferstadt Fürth sollen nun die dort ansässigen Firmen auf den Geschmack gebracht werden.

Autor:Thomas Tjiang
Quelle: WIM

Wie smart sind Deutschlands Kommunen? Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Die neueste Kommunalstudie aus 2019 untersucht den gegenwärtigen Stand der Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsstrategien in Deutschlands Kommunen. Ein besonderer Fokus der Studie liegt auf den vielfältigen Herausforderungen in der Umsetzung und möglichen Lösungsansätzen. Mehr unter: https://www.de.digital/DIGITAL/Redaktion/DE/Publikation/stadt-land-digital-update-digitalisierung.html

Ladeverbund+ setzt Wachstum fort – Erfolgreiches Jahr 2019: Mehr Stationen, mehr Nutzer

Die Elektromobilität ist in Deutschland auf dem Vormarsch: 2019 wurden über 63.000 reine Elektroautos neu zugelassen. Das entspricht einem Anstieg von etwa 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig wuchs die öffentliche Ladeinfrastruktur deutschlandweit um rund 50 Prozent. Dieses starke Wachstum übertraf der Ladeverbund+ sogar noch: Seine Mitglieder bauten ihre Ladeinfrastruktur im Jahr 2019 von 280 auf 520 Ladesäulen aus – ein Wachstum von über 85 Prozent.

Mehr Ladevorgänge, hohe Zuverlässigkeit
Angetrieben durch den starken Ausbau steigerte der Ladeverbund+ auch die Nutzungszahlen an seinen Ladesäulen sehr deutlich: 43.000 Ladevorgängen 2018 standen 99.000 Ladevorgänge im vergangenen Jahr gegenüber. Insgesamt wurde dabei Ökostrom für rund sechs Millionen emissionsfreie Kilometer abgegeben.
E-Mobilisten profitierten von der hochwertigen und robusten Technik der eingesetzten Ladesäulen. Störungen blieben die Ausnahme und konnten in aller Regel zügig behoben werden. Auf das gesamte Jahr gerechnet lag die Verfügbarkeit der Ladesäulen bei knapp 99 Prozent.

Über den Ladeverbund+
Der Ladeverbund+ ist eine Kooperation von derzeit rund 60 Stadt- und Gemeindewerken in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Seine Mitglieder wollen die Elektromobilität fördern und haben sich zum Ziel gesetzt, eine möglichst einheitliche und flächendeckende Ladeinfrastruktur für Elektroautos aufzubauen.
Der Schwerpunkt des Ausbaus liegt bislang auf dem fränkischen Raum. Ladesäulen des Ladeverbund+ finden E-Mobilisten mittlerweile aber auch in Deggendorf (Niederbayern), im Main-Tauber-Kreis (Baden-Württemberg) oder Bad Hersfeld (Hessen).

Einheitliche Technik und günstige Konditionen
Alle Ladestationen im Ladeverbund+ werden mit Ökostrom betrieben und sind mit einem einheitlichen Zugangssystem ausgestattet. Der Zugang erfolgt unter anderem über das Mobiltelefon. Für E-Mobilisten, die Stromkunden bei einem im Ladeverbund+ organisierten Stadtwerk sind, gibt es an den Ladesäulen besonders günstige Konditionen: Nach einmaliger Registrierung laden sie ihr Elektroauto zu einem ermäßigten Tarif.

Quelle: https://www.ladeverbundplus.de/