Schaeffler kauft „Drive-by-wire“-Technologie

Schaeffler und Paravan etablieren Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG

  • Gemeinschaftsunternehmen übernimmt „Drive-by-wire“-Technologie SPACE DRIVE von Paravan und Mover-Aktivitäten von Schaeffler
  • Paravan-Gründer Roland Arnold wird Vorsitzender der Geschäftsführung
  • „Drive-by-wire“ ist Schlüsseltechnologie für stark wachsenden Zukunftsmarkt „Autonomes Fahren“
  • Schaeffler entwickelt Unternehmensbereich Chassis zum Fahrwerksystem-Integrator weiter

Die Schaeffler Gruppe hat in Zusammenarbeit mit Herrn Roland Arnold und der Paravan GmbH eine Grundlagenvereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures erarbeitet, die heute unterzeichnet wurde. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamts. Über die finanziellen Details wurde Stillschweigen vereinbart. Der Gegenstand des Joint Ventures, das als Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG firmieren wird, ist die Weiterentwicklung der „Drive-by-wire“-Technologie SPACE DRIVE sowie die Entwicklung und der Vertrieb von Mobilitätssystemen. Das Joint Venture erwirbt hierzu die SPACE DRIVE-Technologie der Paravan GmbH. Die Schaeffler Technologies AG & Co. KG wird 90 Prozent der Anteile des neuen Unternehmens halten. SPACE DRIVE steht für eine Technologie, die die Paravan GmbH ursprünglich für Menschen mit körperlicher Behinderung entwickelt hat, um ihnen die absolut zuverlässige Steuerung eines Fahrzeuges vollständig elektronisch zu ermöglichen.

Foto: Schaeffler – BU: „Schaeffler Mover“: Das kleine und sehr wendige Fahrzeugkonzept ist rein elektrisch betrieben und kann – mit verschiedenen Aufbauten versehen – in urbanen Räumen für flexible ransportaufgaben eingesetzt werden.

Kernelement von SPACE DRIVE, einer führenden „Drive-by-wire“-Technologie, ist neben der Fahr- und Bremsbetätigung vor allem die so genannte „Steer-by-wire“-Funktion (wörtlich übersetzt „Lenken-via-Kabel“), welche die Spurführung des Fahrzeugs zuverlässig und rein über elektronische Stellsignale ermöglicht. Das Lenkrad und die mechanische Verbindung der Lenksäule können also vollständig entfallen. „Steer-by-wire“ ist eine Schlüsseltechnologie für das autonome Fahren, welches insbesondere auf eine sichere und hochzuverlässige Lenkfunktion angewiesen ist. Auch in Pkw, die nur temporär automatisiert fahren, entstehen allein durch den Wegfall der Lenksäule völlig neue Möglichkeiten für die konzeptionelle Ausgestaltung der Fahrzeuge und ihrer Innenräume. SPACE DRIVE ist dreifach redundant und erfüllt als einzige Systemlösung weltweit derzeit die höchsten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen, insbesondere den anspruchsvollen funktionalen Sicherheitsstandard ISO 26262 ASIL D. Es besitzt damit als einziges System seiner Art weltweite Straßenzulassungen und gleichzeitig das Potenzial, auch in der automobilen Großserie technisch und kommerziell wettbewerbsfähig zu sein. Die SPACE DRIVE-Lösung kann zudem über 500 Millionen Kilometer unfallfreie Fahrerfahrung aufweisen.

Die Geschäftsführung des neuen Gemeinschaftsunternehmens, das seinen operativen Sitz in Aichelau und Herzogenaurach haben wird, werden Paravan-Gründer Roland Arnold als Vorsitzender sowie Schaeffler-Fahrwerkchef Dr.-Ing. Dirk Kesselgruber und ein weiterer noch zu bestimmender Mitarbeiter der Schaeffler Gruppe übernehmen.

„Wir freuen uns sehr und sind stolz darauf, dass wir mit Herrn Arnold einen kompetenten und erfolgreichen Partner für eine wegweisende Zusammenarbeit gewinnen konnten. Für Schaeffler ist die heute getroffene Vereinbarung ein Meilenstein“, sagt Prof. Dr.-Ing. Peter Gutzmer, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Vorstand Technologie der Schaeffler AG. „Mit dem Erwerb der erprobten ‚Drive-by-wire‘-Technologie erschließen wir der Schaeffler Gruppe eine Schlüsseltechnologie, die es uns ermöglichen wird, den Unternehmensbereich Chassis zu einem ‚Fahrwerksystem-Integrator‘ zu entwickeln. Der Bereich ‚Rolling Chassis‘ ist für Schaeffler die entscheidende Möglichkeit, ausgehend von seinen Kernkompetenzen, im stark wachsenden Zukunftsmarkt ‚Autonomes Fahren‘ technologisch Fuß zu fassen und so die Diversifikation zwischen Powertrain und Chassis voranzutreiben. Daher ist die heute vereinbarte Transaktion für Schaeffler ein weiterer wichtiger Schritt im Rahmen der Umsetzung seiner Strategie ‚Mobilität für morgen‘.“

Die SPACE DRIVE-Technologie und die entsprechenden Kompetenzen im Bereich Funktionssicherheit mit hochzuverlässigen Elektroniken ergänzen Schaefflers mechatronische Kompetenzen und beschleunigen die Entwicklung zukünftiger „By-wire“-Lenksysteme, insbesondere durch Know-how im Bereich Systems Engineering, Elektronik und Funktionssoftware.

Eine besondere Rolle kommt in dem neuen Joint Venture dem „Schaeffler Mover“ zu, den die Schaeffler Gruppe in das neue Unternehmen einbringt.  Das kleine und sehr wendige Fahrzeugkonzept ist rein elektrisch betrieben und kann – mit verschiedenen Aufbauten versehen – in urbanen Räumen für flexible Transportaufgaben eingesetzt werden. Schaeffler hat den Mover auf der diesjährigen Hauptversammlung im April erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

„Mit dem ‚Schaeffler Mover‘ demonstrieren wir unseren Anspruch, ein innovativer Partner im Bereich mechatronischer Fahrwerksysteme zu werden und diese Rolle bis hin zum ‚Rolling Chassis‘ weiter auszubauen, wo wir uns mittelfristig als einer der führenden Anbieter positionieren wollen. Der Schaeffler Mover dient uns hierbei in erster Linie als Entwicklungsplattform, um zukünftige Produkte für Fahrzeughersteller zu entwickeln und zu industrialisieren. Als funktionssicheres und zuverlässiges Fundament für diese Produkte werden wir SPACE DRIVE im Rahmen des Joint Ventures konsequent und entsprechend zukünftiger Kundenanforderungen weiterentwickeln. Auch ganze Fahrplattformen für Logistik- und Serviceunternehmen sind in Zukunft denkbar“, sagt Dr.-Ing. Dirk Kesselgruber.

„Schaeffler ist aus meiner Sicht der ideale Partner, um die einzigartige Technologie SPACE DRIVE weiterzuentwickeln, zu skalieren und zu industrialisieren“, sagt Roland Arnold. „Das Unternehmen verfügt über umfassendes technisches Know-how, ganz besonders auch in den zukunftsträchtigen Bereichen Mechatronik und mechanische Aktorik. Besonders wichtig ist für mich bei diesem Schritt aber auch der kulturelle Aspekt, denn beide Partner haben das Selbstverständnis von Familienunternehmen. Und schließlich werden auch die Paravan GmbH und deren Kunden von der heute vereinbarten Zusammenarbeit profitieren.“

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf testet Kraftstoffe in Verbindung mit Elektroantrieb

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf startet ein neues Projekt zu Biomasse-Kraftstoffen. Mithilfe eines Forschungsfahrzeugs testen Mitarbeiter verschiedene Kraftstoffarten im Zusammenspiel mit einem Elektrohybrid-Antrieb. Die N-ERGIE Aktiengesellschaft unterstützt das Projekt, indem sie sich an der Finanzierung des Versuchsfahrzeugs TRIOBRID beteiligt. Am Freitag, 27. Juli 2018 hat Ingo Sigert, Ansprechpartner für strategische Unternehmensentwicklung bei der N-ERGIE, den TRIOBRID offiziell an Projektleiter Prof. Dr. Norbert Huber übergeben.

© N-ERGIE
Bildunterschrift: Mitglieder der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) mit den Sponsoren des Forschungsfahrzeugs: (v. l.) Prof. Dr. Michael Rudner, Dekan Fakultät Umweltingenieurwesen, Prof. Dr. Norbert Huber, Projektleiter, Dr. Nicolas Alt, Geschäftsführer Biomasse-Institut, Ernst Herrmann, Geschäftsführer der Firma Heizomat, Dr. Eric Veuillet, Präsident HSWT, Prof. Dr. Markus Reinke, Vizepräsident Forschung und Wissenstransfer, Robert Bloos, Inhaber Firma Heizomat, Dr. Steffen Hauff, Geschäftsführender Gesellschafter APROVIS Energy Systems, Gerhard Siegler, Bürgermeister Markt Weidenbach, und Ingo Sigert, Ansprechpartner strategische Unternehmensentwicklung N-ERGIE.

Mittelfristig erarbeiten die Verantwortlichen im Rahmen des Forschungsprojekts Öko-Bilanzen für verschiedene Strom-Biomasse-Kombinationen.

„Für eine erfolgreiche Energiewende muss sich auch die Mobilität wandeln“, sagt Prof. Dr. Norbert Huber. „Dafür simulieren wir hier reale Fahrzyklen, um umwelt-technisch die besten Konzepte zu finden. Wir danken der N-ERGIE, dass sie uns bei diesem Vorhaben unterstützt.“

„Als regionaler Energieversorger sind wir Mitgestalter der Energiewende“, erklärt Ingo Sigert. „Mit der Unterstützung des Forschungsprojekts gehen wir einen weiteren Schritt bei der notwendigen Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Bereits in unserem eigenen Fuhrpark setzen wir über 100 Elektroautos für Dienstfahrten ein.“

Mitfinanziert wird das Forschungsfahrzeug durch das N-ERGIE Ökostromprodukt STROM PURNATUR. Kunden investieren hier einen Cent pro Kilowattstunde in zukunftsweisende Umweltprojekte in der Region.

Die N-ERGIE und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf arbeiten bereits seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. So förderten STROM PURNATUR Kunden bereits 2010 ein erfolgreiches Projekt, bei dem das Potenzial von ungenutzten Rohstoffen für den Biogaseinsatz und die thermische Verwertung untersucht wurde.

STROM PURNATUR – aus der Region für die Region

STROM PURNATUR stammt überwiegend aus Wasserkraft, den bayerische Wasserkraftwerke und das N-ERGIE eigene Flusskraftwerk in Hammer an der Pegnitz liefern. Der restliche Anteil stammt aus der PV-Freiflächenanlage in Preith/ Pollenfeld im Landkreis Eichstätt.

Bayerisches Förderprogramm zum Ausbau der Ladeinfrastruktur: N-ERGIE erhält Förderbescheid in Höhe von 150.000 Euro

Franz Josef Pschierer, Staatsminister für Wirtschaft, Energie und Technologie, hat Martina Paasch, Vorstandsmitglied der N-ERGIE Aktiengesellschaft, den Förderbescheid aus dem zweiten Aufruf des Bayerischen Programms „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Bayern“ überreicht. Mit 149.999,50 Euro fördert das Staatsministerium 26 Ladesäulen für Elektroautos, die die N-ERGIE im Stadtgebiet Nürnberg in den kommenden Monaten errichten wird.

, © StMWi/A.Metzler
Bildunterschrift: Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer übergibt den Förderbescheid zum Ausbau der Ladeinfrastruktur in Bayern an Martina Paasch, Vorstandsmitglied der N-ERGIE, und Christian Vogler, Ansprechpartner für Elektromobilität bei der N-ERGIE.

„Die Elektromobilität ist eine Schlüsseltechnologie, um unsere Klima- und Luftreinhalteziele zu erreichen. Eine flächendeckende Ladeinfrastruktur ist für ihren Erfolg von entscheidender Bedeutung. Unser Ziel bleibt daher: Bis 2020 sollen in Bayern 7.000 Ladesäulen öffentlich zugänglich sein“, so Pschierer.

Der zweite Förderaufruf richtete sich speziell an Augsburg, München, Nürnberg, Regensburg und Würzburg, um die Stickstoffdioxidbelastung in den bayerischen Großstädten zu reduzieren.

„Elektromobilität ist ein zentrales Element unserer Unternehmensstrategie“, sagt Martina Paasch. „Elektromobilität trägt zum Erreichen der Klimaschutzziele bei und stärkt aufgrund ihrer Speicher- und Ladestruktur gleichzeitig eine dezentral ausgerichtete Energiewende. Aus diesem Grund sind wir bereits seit vielen Jahren dabei, die Ladeinfrastruktur in Nordbayern auszubauen. Ein flächendeckender Ausbau kann jedoch nur mit Fördermitteln gelingen. Deshalb danken wir dem Ministerium für diese Unterstützung.“

Bereits rund 200 öffentliche Ladepunkte in Nordbayern

Die N-ERGIE begann 2010 damit, Ladesäulen für Elektroautos aufzubauen. Gemeinsam mit ihren kommunalen Partnern ging sie in Vorleistung, um mit der passenden Infrastruktur die Verbreitung von Elektroautos zu unterstützen und damit die Mobilitätswende anzuschieben.

Seitdem richtete die N-ERGIE in Nordbayern bereits rund 200 Ladepunkte im öffentlichen Raum ein. Mithilfe der Fördermittel des Freistaats kommen 26 neue öffentliche Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten dazu.

Zusätzlich zum Aufbau einer einheitlichen und flächendeckenden Ladeinfrastruktur in Nordbayern stellt die N-ERGIE ihren Fuhrpark sukzessive auf Elektrofahrzeuge um und setzt bereits über 100 Elektroautos für Dienstfahrten ein. Damit verfügt sie über eine der größten rein elektrisch betriebenen Flotten.

 

Neuartiger Batteriespeicher sorgt für Netzstabilität

Gemeinsames Projekt der Gemeindewerke Wendelstein, Covalion, N-ERGIE und der AUDI AG

Innovation in Mittelfranken: In Wendelstein südlich von Nürnberg sorgt ein neuartiger Batteriespeicher für die Stabilisierung der Stromnetze. Die Gemeindewerke Wendelstein Bürgerkraftwerk GmbH, ein Tochterunternehmen der Gemeindewerke Wendelstein und der Nürnberger N-ERGIE Regenerativ GmbH, sowie der Erlanger Energiespezialist Covalion errichteten die Anlage in den vergangenen Monaten im Netzgebiet der Gemeindewerke in der Johann-Höllfritsch-Straße in Wendelstein. Zwei vollklimatisierte Container mit einer Grundfläche von rund 75 Quadratmetern beherbergen die 84 Batterien. Ihre Speicherkapazität liegt bei einer Megawattstunde (1000 kWh) und reicht rechnerisch, um rund 100 durchschnittliche Haushalte einen Tag lang mit Strom zu versorgen. Als Akkus kommen Batteriemodule ausgemusterter Entwicklungsfahrzeuge von Audi zum Einsatz.

© N-ERGIE
Bildunterschrift: (v.l.) Volker Bauer, Abgeordneter des Bayerischen Landtags, Stefan Mull, Geschäftsführer Gemeindewerke Wendelstein Bürgerkraftwerk GmbH, Dr. Eugen Ehmann, Regierungsvizepräsident von Mittelfranken, Reiner Mangold, Leiter Nachhaltige Produktentwicklung AUDI AG, Werner Langhans, Bürgermeister Wendelstein, Herbert Wild, Werksleiter Gemeindewerke Wendelstein, Karsten Dressbach, Leiter Produkte und Projekte Covalion, Dr. Jochen Lorz, Vertriebsleiter Industrie Covalion, Rainer Kleedörfer, Geschäftsführer N-ERGIE Regenerativ GmbH.

Im Rahmen des Projekts arbeiten Fachleute aus Energieunternehmen, dem Anlagenbau und der Automobilbranche zusammen. Auf technisches Neuland haben sich die Experten begeben, um die aus Elektroautos stammenden Batteriesysteme mit der bereits bestehenden Sicherheitshülle in eine stationäre Einheit zu integrieren und zu verschalten. Dafür hat Covalion das technische Konzept sowie die Steuerung der Ein- und Ausspeisung entwickelt.

© N-ERGIE

Die N-ERGIE wird mit der Anlage sogenannte Primärregelleistung vermarkten. Regelleistung ist erforderlich, um die Abweichungen zwischen Stromerzeugung und -verbrauch so auszugleichen, dass die Netzfrequenz konstant bei 50 Hertz liegt. Die Anforderungen an die Primärregelleistung sind am höchsten, da diese innerhalb von 30 Sekunden bereitzustellen ist. Die Einbindung in das Stromnetz erfolgt über das 20-kV-Netz im Gewerbegebiet „Am Kohlschlag“ in Wendelstein. Die maximale Einspeise- sowie Ausspeiseleistung beträgt 500 Kilowatt.

Der Einsatz der Batterien im stationären Speicher ist auf rund 20 Jahre ausgelegt. Danach werden die Akkus zerlegt, analysiert und dem Materialkreislauf dann wieder als Rohstoff zugeführt.

„Wir sind stolz, dass wir hier in Wendelstein mit dem ersten Speicher dieser Art in Bayern Vorreiter der Energiewende sind. Die Partner kommen aus der Region und zeigen, dass wir hier über ein breites Know-how verfügen“, sagt Werner Langhans, Erster Bürgermeister von Wendelstein. Er freut sich, dass die Finanzierung aus Mitteln erfolgen konnte, die Bürgerinnen und Bürger von Wendelstein über die Gemeindewerke Wendelstein Bürgerkraftwerk GmbH bereitstellen.

„Der Ausbau der wetterabhängigen erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind macht den Einsatz von solchen Speichertechnologien notwendig. Dabei haben Batterien das Potenzial, vor allem kurz- und mittelfristige Schwankungen in den Verteilnetzen auszugleichen“, betont Stefan Mull, verantwortlicher Projektleiter und Geschäftsführer der Gemeindewerke Wendelstein Bürgerkraftwerk GmbH.

„Der Speicher stärkt die regionale Wertschöpfung und ist ein sinnvoller Beitrag zur Stärkung dezentraler Ansätze in der zukünftigen Energieversorgung“, erklärt Rainer Kleedörfer, Prokurist der N-ERGIE und dort unter anderem für das Innovationsmanagement verantwortlich.

Covalion hat breite Erfahrungen mit Batteriespeichern als Notstromversorgung in Großkraftwerken. Auf dieser Grundlage entwickeln wir mit unseren Partnern diese Speicherlösung für die Energiewende“, macht Vertriebsleiter Industrie, Jochen Lorz, von Covalion deutlich.

„Als Herzstück eines Elektroautos sind die Batterien auf Langzeitqualität und Sicherheit ausgelegt. Nach der Nutzung im Auto verfügen sie noch über einen Großteil ihrer Kapazität. Im Sinne der Nachhaltigkeit untersuchen wir in diversen Forschungsprojekten, wie gebrauchte Batterien sinnvoll und effizient weiter genutzt werden können. Neben Recycling-Konzepten steht die Nutzung in stationären Energiespeichern im Vordergrund. Wendelstein ist für uns ein praxisnaher Anwendungsfall, um diese Forschung voranzutreiben“, sagt Reiner Mangold, Leiter Nachhaltige Produktentwicklung der AUDI AG.

Bamberg: E-Bikes und Fuhrpark

Stadtverwaltung Bamberg stellt Fuhrpark um – 11 neue Dienst-Elektrofahrräder

Die Stadtverwaltung hat ihren städtischen Fuhrpark um elf knallrote Elektrofahrräder erweitert. Die E-Bikes werden für Dienstfahrten eingesetzt, die bisher überwiegend mit einem Pkw absolviert worden sind. „Damit sparen wir nicht nur Emissionen ein, der Einsatz der Fahrräder ist auch wirtschaftlich vernünftig“, so Oberbürgermeister Andreas Starke bei der Übergabe der Räder. Mit der Aufschrift „E-mobil zum Ziel“, auf den Rädern, kommen zukünftig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltamts, des Parküberwachungsdienstes, des Bürgermeisteramts, des Rechnungsprüfungsamts sowie der neue Wirtschaftsreferent Dr. Stefan Goller. Mehr unter…

Landkreis Nürnberg Land: E-Kfz-Check

Das ENA Aktionsprogramm 2018 ist gestartet. Im Rahmen dieses Programms bietet der Landkreis auch eine Förderung für Betriebe an: Wenn Sie nach geeigneten ökologischen Alternativen für ihren Fuhrpark suchen, können Sie einen geförderten Elektro-Mobilitäts-Check beantragen. Bei dieser Analyse wird der Einsatz von verschiedenen Elektrofahrzeugen und auch die dabei notwendige Ladeinfrastruktur überprüft. Die Kosten für den E-Kfz-Check werden zu 100% durch den Landkreis getragen. Für 2018 werden insgesamt 10 E-Kfz-Checks gefördert. Weitere Infos dazu erhalten Sie bei der unabhängigen Energieberatungsagentur des Landkreises Nürnberger Land ENA. Die Kontaktdaten finden Sie hier: https://landkreis.nuernberger-land.de/index.php?id=energieberatung_klimaschutz

Quelle: Nachrichten für Unternehmen im Nürnberger Land – Juni 2018

eHighway auf deutschen Autobahnen: HEITEC ist auch beteiligt

Der Lkw-Verkehr ist eine Hauptquelle vieler Umweltbelastungen.

Bis 2050 wird eine Verdreifachung der weltweiten Transportleistungen erwartet.  Als Folge befürchten Experten eine Verdoppelung der Kohlendioxidemissionen aus dem Straßenverkehr. Mit eHighway präsentiert Siemens jetzt eine innovative Lösung für den
Güterverkehr der Zukunft. Beteiligt an dem Projekt ist auch HEITEC

Aktuell werden in Deutschland zwei Autobahnteilstücke im Rahmen des Verbundprojekts „Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs” als Teststrecke mit notwendiger Infrastruktur für den Betrieb von elektrischen Hybrid-Lkw ausgerüstet: Ein fünf Kilometer langer Abschnitt der A5 zwischen den Anschlussstellen Zeppelinheim/ Cargo City Süd des Frankfurter Flughafens und Darmstadt/Weiterstadt (Elisa-eHighway) sowie in Lübeck auf
der Autobahn A1 eine sechs Kilometer lange Strecke (FeSH-eHighway).

Die Oberleitungen in Hessen und Schleswig-Holstein sollen bis Ende 2018 errichtet werden, so dass die ersten elektrisch betriebenen LKW Anfang 2019 über den eHighway rollen könnten. Mit der Errichtung der Anlage soll der praktische Nachweis der Integrationsfähigkeit von Oberleitungssystemen im Straßenraum erbracht werden. Elektrizität aus der Oberleitung ermöglicht, anders als Akkus, Fahrten über lange Strecken.

Allerdings müssen dafür wie auch bei der Bahn Strommasten aufgestellt werden. Im Dach des Lkw befinden sich Sensoren, die erkennen, ob sich über dem Fahrzeug eine Oberleitung befindet. Ist dies der Fall, fahren die im Dach des Führerhauses eingebauten Abnehmer automatisch aus. Diese versorgen den Elektromotor des Lastkraftwagens mit Strom.

Gleichzeitig lädt sich die mitgeführte Batterie auf. Der Stromabnehmer ist eine Weiterentwicklung des bereits in Zügen bewährten Systems. HEITEC-Energietechnik plant in Zusammenarbeit mit Siemens-Mobility für Elisa-eHighway die Kabeltrassen zwischen den beiden Unterwerken und den Einspeisemasten zur Oberleitung als auch die Lagepläne der beiden Unterwerke für FeSH-eHighway.

Quelle.

Metz MECATECH Pedelec Roller aus Zirndorf

Start-up mit 80 Jahren Erfahrung

IMG_3639 © Metz Mecatech

Geschäftsführer Lauri Jouhki mit dem Pedelec-Roller „Metz Moover“.

Weil das Geschäft mit hochwertiger Fotoblitz-Technik stagniert, baut sich Metz Mecatech neue Standbeine auf.

Ein „Start-up mit 80 Jahren Produktionserfahrung“: So bezeichnet Lauri Jouhki, Jahrgang 1984 und seit 2015 Geschäftsführer der Metz Mecatech GmbH in Zirndorf, seine aktuell 165 Mitarbeiter zählende Firma. Und das trifft es genau: Denn einerseits feiert der im November 1938 von Paul Metz gegründete, weltweit renommierte Qualitätshersteller von Radios, Fotoblitzen und Fernsehgeräten „Made in Germany“ dieses Jahr schon sein 80-jähriges Bestehen. Andererseits ging das Unternehmen im Winter 2014 in die Insolvenz und wurde anschließend in die Metz Consumer Electronics GmbH und die Metz Mecatech GmbH aufgeteilt. Der erste Unternehmensteil ging im Mai 2015 an den chinesischen Elektronik-Konzern Skyworth, letzterer an die Fürther Daum-Gruppe. Dieser beschreitet nun mit dem neuen Pedelec-Roller „Metz Moover“ wie ein Start-up ganz neue Wege.

Bisherige Standbeine des Unternehmens

„Natürlich entwickeln und produzieren wir auch weiterhin innovative Blitzgeräte und professionelle Lösungen für Studio- und Aufnahmelicht“, betont Jouhki und verweist auf rund 50 000 Geräte pro Jahr, vor allem auf den inzwischen vielfach prämierten Systemblitz „Metz Mecablitz M400“, sowie auf die neueste Generation leistungsstarker LED-Leuchten „Metz Mecalight L1000BC“. Doch trotz aller Erfahrung, Entwicklungskompetenz und Produktqualität seien in diesem Markt realistisch betrachtet heute kaum noch Zuwächse zu erwarten, so der Geschäftsführer, eher im Gegenteil: „Die Verkaufszahlen für Fotokameras sinken – vor allem durch immer leistungsstärkere Handykameras – inzwischen faktisch jedes Jahr um rund 20 Prozent.“ Metz Mecatech brauche demnach für einen nachhaltigen, langfristigen Erfolg noch weitere Standbeine.

Der Unternehmensbereich Kunststofftechnik, mit dessen leistungsstarken Spritzgussmaschinen vor der Insolvenz Chassis für die werkseigenen Fernsehgeräte hergestellt wurden, ist ein solches zweites Standbein. Hier entstehen heute in Lohnfertigung und mit modernsten Verfahren von Spritzgusstechnik und Oberflächenbearbeitung große Kunststoffteile, zum Beispiel Gehäuse für Kaffeevollautomaten oder Fahrzeugkomponenten. „Dank unternehmenseigener Fertigung und Qualitätsmanagement können wir hier sehr flexibel und schnell produzieren und individuelle Lösungen in technischer Perfektion liefern“, so Jouhki. Aktuell würden rund 90 Prozent der Großteile-Lohnfertigung an die Automobilindustrie geliefert, hier sehe er auch noch Wachstumspotenziale.

Das dritte Standbein ist die Entwicklung und hauseigene Produktion sogenannter SMD-Leiterplatten, also oberflächenmontierter Bauelemente, wie sie heute zu Tausenden beispielsweise in Kamerablitzen, Fernsehern oder auch Fahrzeug- und E-Bike-Motoren als digitale Steuerelemente unverzichtbar sind. Mit den in Zirndorf individuell und flexibel gefertigten Leiterplatten werden aktuell aber nicht nur die firmeneigenen Produkte wie Aufnahmelichter und Blitzgeräte bestückt; inzwischen profitiert auch die Daum-Gruppe bei den Antriebstechnologien für Fahrrad-Ergometer, Pedelecs und E-Mobilität vom Know-how und den modernen SMD-Kapazitäten von Metz Mecatech. Auch bei SMD will Jouhki die Lohnfertigung künftig noch verstärken.

„Die drei Metz-Mecatech-Bereiche Aufnahmelicht, Kunststofftechnik und SMD erwirtschaften mittlerweile jeweils etwa ein Drittel unseres Gesamtumsatzes, der aktuell bei rund 20 Mio. Euro pro Jahr liegt“, zieht der Geschäftsführer Zwischenbilanz. Doch angesichts der langfristig bestenfalls stagnierenden Entwicklungsprognose für den Blitzgeräteumsatz mussten absehbar neue Ideen und Märkte gefunden werden, um den seit September 2017 kurzarbeitenden Unternehmensteil mit seinen 165 Beschäftigten nachhaltig auf Erfolgskurs zurückzubringen.

Neuer Markt E-Mobilität

Als viel versprechende Zukunftschance für den Zirndorfer Mittelständler erwies sich in dieser Situation das Thema Elektromobilität. Während der Absatz von Blitzgeräten weiter rückläufig ist, wächst der Markt für umweltfreundliche Transportlösungen seit Jahren rasant. Zudem war bei Metz Mecatech sowie der Daum-Gruppe das entscheidende technische Know-how in den Bereichen SMD-Steuerungskomponenten und E-Bike-Motoren bereits vorhanden, was sich für die Produktentwicklung nutzen ließ.

Für diese Kompetenzen gebe es im Bereich der Arbeitswege Potenzial für das Unternehmen. So hätten laut Jouhki aktuelle Statistiken und Bedarfsanalysen ergeben, dass circa 30 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland täglich eine Strecke von bis zu fünf Kilometern bis zum Arbeitsplatz zurücklegen. Während für längere umweltfreundliche Wegstrecken das Angebot von Pedelecs und E-Bikes bereits sehr breit gefächert ist, fehlte Jouhki zufolge bisher noch eine praktische und kompakte Lösung für eben diese Kurzstrecken: „So entstand bei uns die Idee zu unserem neuen Pedelec-Roller ‚Metz Moover‘.“

Ein erster Prototyp des elektrobetriebenen Pedelec-Rollers für diesen Bereich der sogenannten Mikromobilität wurde schließlich nach monatelanger Entwicklungsarbeit im Herbst 2017 der Öffentlichkeit präsentiert. Er sorgte bei der in Zirndorf erschienenen Politik und Prominenz sowie in den lokalen Printmedien für einiges Aufsehen (WiM berichtete). Mit seiner Spitzengeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern und einer Reichweite bis zu 20 Kilometern soll der als Pedelec geprüfte „Metz Moover“ künftig die E-Mobilitätslücke bei den Mini-Distanzen schließen, so Jouhki: „Wer holt schon für den kurzen Weg bis zum Bus, zur U-Bahn oder für den schnellen Einkauf extra sein schweres E-Bike aus dem Keller?“ Der Metz-Roller sei dafür perfekt, zudem könne man ihn zusammenklappen und im öffentlichen Verkehr als Gepäckstück ohne Zusatzfahrschein mitnehmen.

Auch in einen Kofferraum passe der Pedelec-Roller, erklärt der Geschäftsführer weiter, und eigne sich somit für Ausflüge, Wohnmobil und Camping. Neben umweltbewussten Arbeitnehmern, Pendlern, Urlaubern und sonstigen Endkunden denkt Jouhki aber auch an die Nutzung durch Industrie und Gewerbe: „Überall dort, wo es bei der Arbeit längere Wege gibt, zum Beispiel im Werksverkehr oder bei Großimmobilien wie Flughäfen, legt unser ‚Moover‘ die Strecken schnell und komfortabel zurück.“ Weiterhin denkbar ist für ihn zum Beispiel eine Nutzung durch Hotels oder im Stadttourismus als Verleihgeräte für kürzere Distanzen: „Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig.“

Inzwischen ist seit Anfang April in Zirndorf die Serienfertigung für den Pedelec-Roller angelaufen. Seitdem sei bei Metz Mecatech auch die Kurzarbeit wieder vorbei. Die ersten Kontingente wurden bereits ins benachbarte Ausland nach Österreich und in die Schweiz geliefert. Für Deutschland läuft derzeit noch eine letzte Prüfung zur Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), deren Ergebnis Jouhki allerdings zeitnah erwartet: „Dann startet unsere ‚Mission Moover‘ und die Auslieferung auch in Deutschland.“ Großes Interesse und ausreichend Nachfrage seien bereits vorhanden.

Autor:(mag.)
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Quelle: WIM online

Elektromobilität: Wann macht die Umstellung des Fuhrparks auf Elektroautos Sinn?

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© N-Ergie / Claus Felix

Wann macht die Umstellung des Firmenfuhrparks auf Elektroautos Sinn? Wie geht man vor?

Das drohende Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in den Innenstädten ist nur eines von zahlreichen Motiven von Unternehmen, die bei ihrem Firmenfuhrpark stärker auf Elektromobilität setzen wollen. Andere stellen das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Auf jeden Fall will die Umstellung gut geplant sein und die Unternehmen sollten sich über ihre Motive klar werden. Will man vor allem aus ökologischen Gründen auf Elektroautos umsteigen, ist zu berücksichtigen, dass diese nur dann eine klar positive Ökobilanz aufweisen, wenn sie mit Strom aus regenerativen Energiequellen geladen werden. Bei einem konventionellen Strom-Mix ist die Gesamtbilanz des Fahrzeugs nur unwesentlich günstiger als mit Verbrennungsmotor. Ein weiterer Punkt beim Thema Nachhaltigkeit: Es kann beispielsweise geprüft werden, ob sich die Zahl der Fahrten mit Hilfe moderner Kommunikationstechnik (virtuelle Meetings, Homeoffice-Tage etc.) von vorne herein verringern lässt. Schließlich sind vermiedene Fahrten ökologisch am sinnvollsten.

Ein Fuhrpark, der ganz oder teilweise aus Elektroautos besteht, muss mehrere Ziele erreichen: Er sollte ökologischen Kriterien genügen und gleichzeitig den Mitarbeitern funktionale und zeitgemäße Fortbewegungsmittel zur Verfügung stellen. Vielfach werden diese Aspekte nicht ausreichend analysiert, sodass die anfängliche Euphorie häufig verfliegt, wenn Mängel bei Komfort und Reichweite auftreten und dadurch betriebliche Aufläufe gestört werden. Dies lässt sich bei guter Planung vermeiden, wie auch ein internes Projekt der N-Ergie ergab, bei dem vor zwei Jahren die hauseigene Fahrzeugflotte daraufhin überprüft wurde, wo es Potenziale für Kosteneinsparungen gibt und in welchen Bereichen die Umstellung auf Elektrofahrzeuge sinnvoll ist. Aus diesen Erfahrungen lassen sich grundlegende Empfehlungen für die Umstellung ableiten.

Fahrstrecken analysieren

In einem ersten Schritt muss man grundlegende Daten erheben wie Standorte der Fahrzeuge, Nutzungszeiten und Länge der täglichen Strecken. Diese Datenmengen wird man nur dadurch bewältigen und sinnvoll auswerten können, indem die Fahrtenbücher digitalisiert werden. Anschließend werden Interviews mit den Mitarbeitern der Fachabteilungen geführt, die die Fahrzeuge einsetzen. Die Einschätzungen, die die Mitarbeiter in den Gesprächen über den täglichen Umfang ihrer Fahrten und die erforderlichen Reichweiten geäußert haben, werden dann mit dem Bedarf abgeglichen, der sich aus der Analyse der Fahrtenbücher ergeben hat. Erfahrungsgemäß überschätzen die Kollegen tendenziell die Anforderungen, die die Fahrzeuge nach ihrer Meinung erfüllen sollen. Berücksichtigt werden muss zudem, ob bestimmte Mitarbeiter oder Abteilungen Fahrzeuge mit besonderer Ausstattung benötigen (z. B. Fahrzeuge für Service-Techniker mit Werkzeug oder festen Einbauten). Diese Fahrzeuge können in der Regel nicht im allgemeinen Fahrzeug-Pool angeboten werden, der allen Mitarbeitern für „normale“ Fahrten offen steht. Positiver Nebeneffekt einer solchen umfassenden Analyse: Es dürften dadurch bisher nicht erkannte Einsparungspotenziale aufgedeckt werden, ob es nun am Ende tatsächlich zu einer Umstellung auf Elektromobilität kommt oder nicht. Ein Ergebnis könnte sein, dass der Fahrzeugpark noch zu diversifiziert ist und dass man stärker auf weitgehend einheitliche Fahrzeuge mit standardisierter Einrichtung setzen sollte. Dadurch verringern sich Aufwand und Kosten bei Beschaffung und Wartung deutlich.

Nachdem man Erkenntnisse über Fahrzeiten, Fahrstrecken und Anforderungen an die Fahrzeuge gewonnen hat, sollten in einem zweiten Schritt Nutzergruppen mit ähnlichem Mobilitätsbedarf zusammengefasst werden. Dadurch wird es möglich, Pkw und auch Nutzfahrzeuge standortbezogen in Carpool-Einheiten zusammenzufassen. Die Fahrzeug-Pools orientieren sich nicht an Geschäftsbereichen und Abteilungen, sondern an den Anforderungen der einzelnen Mitarbeiter. Fahrzeuge, die bisher nur bestimmten Abteilungen zur Verfügung standen und damit oft nicht optimal genutzt wurden, können nun auch von anderen Abteilungen gebucht werden. Aus Sicht des einzelnen Mitarbeiters bedeutet das, dass die Fahrzeug-Pools größer und die Möglichkeiten der Buchung flexibler werden. Außerdem reduzieren sich die Standzeiten der einzelnen Fahrzeuge und dadurch auch die Kosten für den gesamten Fuhrpark. Um diese Potenziale überhaupt zu nutzen, ist eine benutzerfreundliche Software nötig, die allen berechtigten Mitarbeitern offen steht und bei der sich Einschränkungen für spezielle Fahrzeuge voreinstellen lassen (z. B. Allrad- oder Sonderfahrzeuge nur für bestimmte Berechtigte).

Wo sind Elektroautos sinnvoll?

Parallel zu diesen Analysen wird überprüft, wo der Einsatz von Elektrofahrzeugen sinnvoll ist: Für jedes Fahrzeug wird im EDV-System hinterlegt, welche Strecke bei 90 Prozent der damit absolvierten Fahrten zurückgelegt wird. Sobald für diese Reichweite ein geeignetes Elektromodell am Markt zur Verfügung steht, wird das Fahrzeug bei der nächsten Erneuerung getauscht. Für die restlichen zehn Prozent der Fahrten müssen im Pool natürlich Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor angeboten werden. Wenn man davon ausgeht, dass in den kommenden Jahren auch Transporter mit einer Reichweite von 300 Kilometern erhältlich sind, ist absehbar, dass ein beträchtlicher Teil der betrieblichen Fahrzeugflotten durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden kann.

Die durchschnittliche tägliche Fahrtstrecke der Fahrzeuge im Pool der N-Ergie liegt bei 65 Kilometern. Weil aber die „Reichweitenangst“ bei vielen Mitarbeitern noch weit verbreitet ist, werden nur Modelle angeschafft, deren Reichweite bei mindestens 150 Kilometern liegt. Für das Gros der tatsächlichen Fahrten würden also Fahrzeuge mit weit geringerer Reichweite genügen. Um die Batterie bei Bedarf unterwegs doch aufladen zu können, finden sich an Bord der Elektroautos Ladekarten des Ladeverbundes Franken+. Für Kollegen mit Elektro-Dienstfahrzeugen werden außerdem zuhause Wandladestationen eingerichtet.

Generell reichen bei Betreibern kleiner Fuhrparks mit etwa drei bis fünf Elektrofahrzeugen zwei bis drei Ladestationen ohne IT-Intelligenz aus. Wenn kein weiterer Ausbau angedacht wird, dürfte sich für sie die Investition in aufwendige IT-Lösungen nicht rechnen und sie können die Ladestationen in die vorhandene Hausinstallation integrieren. Bei größeren Fuhrparks empfiehlt es sich jedoch bereits vor der Errichtung der ersten Ladestation, den späteren Ausbau in die Planungen mit einzubeziehen. Sowohl die Anschlussleistung als auch die Systeme für die interne und externe Verrechnung sollten sich an den wachsenden Bedarf problemlos anpassen lassen.

Die derzeit angebotenen Buchungs-Tools können leider die Reichweiten und Ladestände von Elektrofahrzeugen noch nicht so verarbeiten, dass bei jeder Buchung ein Fahrzeug mit gerade ausreichender Ladekapazität zur Verfügung gestellt wird. Wünschenswert ist eine Plattform-Lösung, die Elektrofahrzeuge nach tatsächlichem Ladestand und Reichweitenbedarf zuweisen, aber auch die Abrechnung und das Last- und Lademanagement übernehmen kann. Eine solche Lösung wird derzeit von der N-Ergie entwickelt. Ziel ist ein Last- und Lademanagement, das mit der Buchungs-Software verbunden ist und steuern kann, welches Fahrzeug wann vollgeladen zur Verfügung stehen muss. Der Fahrzeugnutzer selbst bucht dann in Zukunft kein bestimmtes Fahrzeug mehr, sondern gibt lediglich die Anzahl der benötigten Sitzplätze, das Ladevolumen und die erforderliche Reichweite ein. Das Buchungstool wird dann das nächste passende Fahrzeug zuweisen. Weiterer Vorteil einer solchen Lösung: Das Fahrpark-Management könnte alle registrierten Fahrten analysieren und die Beschaffung neuer Fahrzeuge weiter optimieren – ein zusätzliches Potenzial für Kosteneinsparungen.

Zu empfehlen ist also, die Umstellung auf Elektromobilität in eine umfassende Analyse des Fuhrparks einzubinden. Erfahrungsgemäß sind die Mitarbeiter anfangs skeptisch, entwickeln dann aber eine große Akzeptanz, ja Begeisterung für die E-Mobilität. Denn bei einem gut gemanagtem Fuhrpark und einer sorgfältig geplanten Einführung von Elektroautos wird sich die „Reichweitenangst“ der Mitarbeiter verflüchtigen.

Autor: Von Claudia Heinrich

Claudia Heinrich ist Leiterin des Fuhrparks der N-Ergie Aktiengesellschaft in Nürnberg (www.n-ergie.de).

Quelle: WIM online.

Ladeverbund Franken+ wird zu Ladeverbund+

Mitglieder auch außerhalb Nordbayerns
Der Ladeverbund Franken+ heißt ab sofort Ladeverbund+. Mit dem neuen Namen öffnet sich der Verbund auch für Stadt- und Gemeindewerke außerhalb Frankens.
Bereits jetzt umfasst die Ladeinfrastruktur des Verbunds rund 200 Ladesäulen und deckt eine Fläche von über 19.000 km² ab. Mit beispielsweise den Stadtwerken Bad Hersfeld in Hessen im Norden, den Stadtwerken Deggendorf in Niederbayern im Süden, den Stadt-werken Wertheim in Baden-Württemberg im Westen und den Stadtwerken Tirschenreuth in der Oberpfalz im Osten sind schon jetzt Stadtwerke weit über Franken hinaus als Mitglieder im Ladeverbund+ vertreten.

Bildunterschrift: In Vertretung für alle Mitglieder des Ladeverbund+:
(v.l.) Roland Moritzer, stellv. Vorsitzender Ladeverbund+ und Geschäftsführer der Stadtwerke Ansbach GmbH, Rudolf Hoffmann, Technischer Leiter der infra fürth gmbh, Markus Rützel, Koordinator des Ladeverbund+ und Geschäftsführer der solid GmbH, Wolfgang Geus, Vorsitzender des Ladeverbund+ und Vorstandsvorsitzender der Erlanger Stadtwerke AG,Winfried Klinger, stellv. Vorsitzender des Ladeverbund+ und Geschäftsführer der Stadtwerke Schwabach GmbH, Rainer Kleedörfer, Leiter Unternehmensentwicklung bei der N-ERGIE Aktiengesellschaft. (Bildquelle: N-ERGIE AG)

„Wir freuen uns, dass das Interesse am Verbund auch außerhalb Frankens groß ist“, sagt Wolfgang Geus, Vorsitzender des Ladeverbund+. „Die Namensänderung ist die logische Folge aus der erfolgreichen Vergrößerung.“
„Autofahrer profitieren davon, dass das bewährte System beim Laden von Elektroautos in einem immer größer werdenden Gebiet verfügbar ist“, ergänzt Markus Rützel, Koordinator des Ladeverbund+.

Erweiterter Service auf der Website
Der Ladeverbund+ erweitert zudem sein Informationsangebot auf der neu gestalteten Website. Elektrofahrer und Interessenten finden neben Informationen zum Ladeverbund+ ab sofort wertvolle Tipps und Wissenswertes rund um das Thema Elektromobilität, unter anderem auch Informationen zum Laden von E-Bikes. Zudem hält der Ladesäulenfinder für Elektroautos neue Funkti-onen für Elektrofahrer bereit.

Mehr unter: www.ladeverbundplus.de