Elektromobilität in der Metropolregion Nürnberg: Stecker rein!

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Bildquelle: IHK Nürnberg für Mittelfranken (WIM)

Die Metropolregion Nürnberg ist bei neuen Technologien und Dienstleistungen für die Elektromobilität gut unterwegs. Ein Überblick über die wichtigsten Projekte.

Die Elektromobilität ist ein Kernbestandteil der Mobilitätswende, die sich weltweit ankündigt. Das sehen auch die Experten der „Nationalen Plattform Elektromobilität“ so, die die Bundesregierung berät: Sie rechnen mit einem Durchbruch der elektrischen Fahrzeuge zwischen 2020 und 2030. Derzeit sind laut Kraftfahrtbundesamt rund 54 000 E-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs, darunter 34 000 ausschließlich elektrisch angetriebene Pkw sowie 21 000 Plug-in-Hybride (Fahrzeuge, deren Akku sowohl über den Verbrennungsmotor als auch über die Steckdose geladen werden kann). In Mittelfranken sind knapp 1 000 Pkw zugelassen, die ausschließlich elektrisch angetrieben werden. Auch wenn der Verbrennungsmotor auf absehbare Zeit seine Bedeutung für den Verkehr behalten wird und die bisherigen Ziele zu ehrgeizig erscheinen (bis 2020 eine Mio. Elektroautos auf deutschen Straßen), muss bereits heute der schrittweise Übergang zu neuen Technologien gestaltet werden.

Das Entwicklungsleitbild der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) setzt deshalb auf das Kompetenzfeld „Automotive“ sowie das Aktionsfeld „Intelligente Mobilität“. Die Schwerpunkte darin sind: automatisiertes Fahren, Umweltverträglichkeit, intelligente Netze, altersgerechte Mobilität und hybride Antriebssysteme inklusive E-Mobilität. Mit ihrem breiten Mix an unterschiedlichen Zulieferern ist die Metropolregion bestens aufgestellt, um diese und weitere Zukunftsthemen voranzutreiben und entscheidend zu prägen. Die Herausforderung besteht darin, vorhandene Strukturen zu vernetzen sowie innovative Konzepte zu entwickeln und in die Praxis zu übertragen.

Ein Beispiel bietet die Conti Temic Microelectronic GmbH am Standort Nürnberg, an dem allein 500 der rund 2 500 Mitarbeiter mit allen Facetten der Elektrifizierung beschäftigt sind. Seit Oktober 2016 wird dort der weltweit erste 48-Volt-Hybrid-Antrieb in Serie gefertigt. Bei der Technik handelt es sich um eine besonders kosteneffiziente Lösung, um Kraftstoffverbrauch und Abgasemissionen deutlich zu senken. Die 48-Volt-Variante ist dabei eine Alternative zu der wesentlich aufwändigeren Hochvolttechnik mit 300 bis 400 Volt, die bisher üblicherweise in Hybridfahrzeugen verwendet wird. Seit 2013 entwickelten die Ingenieure bei Continental in Nürnberg diesen Hybridantrieb gemeinsam mit Renault sowie regionalen Partnern wie dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelemente-Technologie (IISB) und dem Bayerischen Laserzentrum (beide mit Sitz in Erlangen).

Aktivitäten der IHK

Um Kooperationsmöglichkeiten für die regionalen Anbieter, Anwender und Entwickler zu schaffen und den Wissensaustausch zu fördern, bietet die IHK Nürnberg für Mittelfranken zusammen mit den IHKs aus Coburg, Bayreuth, Regensburg und Würzburg-Schweinfurt seit dem Jahr 2013 den IHK-Innovations- und AnwenderClub E-Mobilität an (www.emobility-nordbayern.de). Schwerpunkte der beiden letzten Veranstaltungen bei der Deutschen Post AG in Würzburg und bei der Baumüller-Gruppe in Nürnberg waren Technologien und Einsatzbereiche von elektrischen Nutzfahrzeugen. Das große Potenzial von elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeugen beweist u. a. die Deutsche Post DHL Group: Sie baut ihre elektrischen betriebenen Lieferfahrzeuge „Streetscooter“ selbst und hat sich damit zu einem der größten Betreiber von E-Flotten in Europa entwickelt.

Beeindruckend war auch der Bericht des Unternehmens Heliox aus Eindhoven: Dort ging vor Kurzem die erste vollelektrische Busflotte mit 43 Fahrzeugen in Betrieb, die automatisiert mit Stromabnehmern über das Busdach geladen werden. Mit Hilfe des sogenannten „Opportunity Charging“ an den Endhaltestellen kann die Ladezeit auf wenige Minuten reduziert werden, wodurch der Fahrplan kaum beeinflusst wird. Dieses Beispiel aus der niederländischen Region Noord-Brabant, mit der die IHK eine enge Partnerschaft pflegt, ist ein Vorbild auch für Deutschland. Immerhin hat der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums eine Umrüstung von Stadtbussen auf Elektromotoren empfohlen, um Luftverschmutzung und Lärmbelastung zu reduzieren. Ein weiteres Beispiel für elektrische Nutzfahrzeuge sind Gabelstapler: Hier erreicht die Elektrifizierung bei neuen Fahrzeugen bereits einen Anteil von 60 Prozent. Auch bei Schiffen und Fähren und sogar bei Schneeraupen und Traktoren dürften künftig mehr elektrische Antriebe zum Einsatz kommen, um Treibstoffkosten zu reduzieren, Kohlendioxid-Emissionen zu verringern und Nebenantriebe wartungsarm und ohne Hydraulikflüssigkeiten einsetzen zu können. Aus der Metropolregion Nürnberg liefern u. a. die Baumüller Anlagen-Systemtechnik GmbH & Co. KG und die Semikron Elektronik GmbH & Co KG dafür die Elektromotoren und die Leistungselektronik zu. Die Motoren von Baumüller werden mittlerweile auch in batterieelektrischen Lkw der Firma Framo eingesetzt. Der 18 Tonnen schwere, elektrisch angetriebene Lastwagen hat mit einer voll geladenen Batterie eine Reichweite von 250 bis 270 Kilometern und kann eine Nutzlast von 9,5 Tonnen befördern.

Eine Übersicht aktueller Fahrzeugtypen sowie Informationen zu Fördermöglichkeiten bietet die Now GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie – eine Einrichtung, die die Programme der Bundesregierung in den Bereichen Elektromobilität sowie Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie koordiniert (www.now-gmbh.de). Ein flächendeckendes Netz an Ladestationen ist eine zentrale Voraussetzung für die Verbreitung der Elektromobilität und deren Akzeptanz. Der Ladeverbund Franken+, in dem sich neben der Nürnberger N-Ergie AG rund 40 weitere kommunale Stadtwerke zusammengeschlossen haben, betreibt aktuell rund 280 Ladepunkte. Damit hat dieser Ladeverbund die mit Abstand meisten Lademöglichkeiten in Nordbayern. Dies geht aus der aktuellen Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur hervor: In ganz Bayern sind bisher 450 Ladesäulen installiert, davon rund 100 alleine in Mittelfranken. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur bleibt aber auch weiterhin ein zentrales Thema. Bis Mitte kommenden Jahres will der Ladeverbund Franken+ die Anzahl der Ladepunkte nochmals verdoppeln (www.ladeverbund-frankenplus.de).

Einbindung der Bürger

Die Gesellschaft für Elektromobilität sensibilisieren und aktivieren – dieses Ziel verfolgt das Forschungsvorhaben Codifey („Community-basierte Dienstleistungs-Innovation für E-Mobility“), das im November 2016 in seine zweite Phase startete. Die wissenschaftliche Koordination des Projekts liegt bei Prof. Dr. Kathrin M. Möslein (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik I – Innovation und Wertschöpfung an der Universität Erlangen-Nürnberg) und Prof. Dr. Barbara Dinter von der Technischen Universität Chemnitz. Dieses interdisziplinäre Projekt soll die Bürger informieren und innovative Dienstleistungen im Umfeld der Elektromobilität entwickeln. In einer ersten Projektphase konnten bereits zahlreiche Konzepte und Prototypen, wie eine Lade-App und ein Siegel zur Zertifizierung von Nachhaltigkeitsaspekten, entwickelt werden. Dabei arbeitet das Codifey-Team nicht im stillen Kämmerlein an Lösungen, sondern bezieht Nutzer von Elektromobilität und Interessenten aktiv in die Gestaltung von Dienstleistungen und die Generierung von Wissen ein. Über die Online-Plattform www.emobilisten.de kann jedermann Ideen beitragen, Erfahrungen austauschen und sein Wissen mit der Community teilen.

In der jetzigen zweiten Phase liegt der Fokus von Codifey darauf, Erkenntnisse und Ergebnisse aus dem Projekt in die Praxis zu überführen und so zur nachhaltigen „E-Mobilisierung“ der Gesellschaft beizutragen. Dabei arbeitet das Projektteam mit einer Vielzahl von Partnern (Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbände) zusammen.

Autor:

Dr. Ronald Künneth ist IHK-Referent für die Themen vernetzte Produktion, Automation, Energiewirtschaft und betrieblicher Umweltschutz (ronald.kuenneth@nuernberg.ihk.de).

Bitte beachten Sie auch unsere nächste Veranstaltung Innovationsforum Nachhaltige Energiesysteme – sicher, dezentral, vernetzt am 17./18.10.2018 in Nürnberg.

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Aufruf zur Blogparade 2017 mit dem Themenschwerpunkt Elektromobilität

Markthochlauf Elektrofahrzeuge: Hohe Steigerung bei niedriger Basis

Der Markthochlauf bei Elektrofahrzeugen kommt langsam in Schwung. Pkw mit alternativen Antriebsarten zeigten nach Zahlen des Kraftfahrt-bundesamtes im ersten Halbjahr hohe Zuwachsraten. Mit 12.264 Plug-in-Hybriden (+100,3 %) und 10.189 Elektro-Pkw (+133,9 %) fielen die Steigerungen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 eindeutig positiv aus. Der Anteil von Elektrofahrzeugen am Gesamtabsatz betrug jedoch nur 1,2 %.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zieht für die Umweltprämie – gemessen an den Förderzielen – eine negative Bilanz. Ein Jahr nach Einführung der Kaufprämie wurden erst 23.000 Anträge gestellt. Das Förderprogramm, das noch bis Mitte 2019 läuft, sollte den Kauf von insgesamt 300.000 reinen und Plug-in-Elektrofahrzeugen anschieben.

Erdgasfahrzeuge waren laut Kraftfahrtbundesamt im Gegensatz dazu im Vergleichszeitraum deutlich weniger gefragt (1.025/-41,0 %). Die CNG-Offensive von Gaswirtschaft und Autobauern hat hier noch keine Effekte gezeigt. (Quelle: DIHK-Meldung)

„Innovationsforum Nachhaltige Energiesysteme – sicher, dezentral, vernetzt“, 17./18. Oktober 2017 in Nürnberg

Branchenübergreifende Vernetzung, Austausch zukunftsweisender Ideen und neue Kooperationsmöglichkeiten bilden die Kernelement der Konferenz zum „Innovationsforum Nachhaltige Energiesysteme – sicher, dezentral, vernetzt“ am 17. und 18. Oktober 2017 in Nürnberg. Hier kommen insbesondere mittelständische Unternehmen, Forschung, Kommunen und Verbände zusammen, um sich über ein zukunftsfähiges Energiesystem auszutauschen und gemeinschaftliche Projekte und nachhaltige Geschäftskontakte anzubahnen! Das Innovationsforum wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und unterstützt durch unsere Branchen-Partner Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft, Automation Valley Nordbayern und IHK Nürnberg für Mittelfranken.  Das Programm finden Sie hier. Mehr unter: www.innovationsforum-energie.de/konferenz.aspx

Der Ladeverbund Franken+ führt ab dem 1. September 2017 an allen der derzeit 160 integrierten Ladesäulen ein einheitliches Zugangssystem ein.

Damit sorgt der Verbund im Raum Nordbayern für einen gemeinsamen Standard beim Laden von Elektroautos.

Das neue System wurde innerhalb einer mehrmonatigen Pilotphase seit Jahresbeginn intensiv getestet und weiterentwickelt. Der Zugang zu den Ladepunkten erfolgt über ein beliebiges Mobiltelefon und den Versand einer SMS. Die entstehenden Kosten für den Ladevorgang werden in der Regel mit der Mobilfunkrechnung, auf Wunsch auch über Kreditkarte oder Lastschriftverfahren abgebucht. Vom Zugang über das Handy profitieren zum Beispiel Durchreisende, die zum Laden Ihres Elektroautos keine gesonderte Karte benötigen.

Zusätzlich zu dem „SMS-Laden“, das grundsätzlich dem in vielen Großstädten verbreiteten „SMS-Parken“ ähnelt, bietet der Ladeverbund Franken+ etliche weitere Zugangsmöglichkeiten zu seinen Ladesäulen an. So können auch die Nutzer von Ladekarten und Apps vieler anderer Fahrstromanbieter im Ladeverbund Franken+ ihre Akkus aufladen.

Abrechnung nach Zeit und Ladeleistung

Das Laden an den Ladesäulen im Ladeverbund Franken+ wird grundsätzlich nach Zeit abgerechnet. Die Nutzer zahlen pro begonnener Viertelstunde. Mit drei verschiedenen Tarifstufen bezieht der Ladeverbund Franken+ neben der Ladezeit jedoch noch eine weitere Komponente ein: die Ladeleistung des angeschlossenen Fahrzeugs. Damit wird berücksichtigt, dass zahlreiche der derzeit verbreiteten Elektroautos die an den Ladesäulen zur Verfügung stehende Leistung von 22 Kilowatt (kW) nicht voll ausschöpfen können.

Alle Stadt- und Gemeindewerke, die im Ladeverbund Franken+ organisiert sind, greifen auf dieselbe Technik zurück: auf Ladesäulen des Laufer Herstellers ABL und Software des Kitzinger Unternehmens chargeIT mobility GmbH. Bisher stellten die Verbund-Mitglieder den Strom zum Laden von Elektroautos dort komplett kostenfrei zur Verfügung. Eine Übersicht über die Kosten, die ab dem 1. September anfallen, veröffentlichen die beteiligten Stadt- und Gemeindewerke auf der Internetseite  www.solid.de sowie auf den jeweils von ihnen betriebenen Ladesäulen.

Der Ladeverbund Franken+

Der Ladverbund Franken+ wird durch die solid GmbH koordiniert und wurde bereits 2012 durch die N-ERGIE Aktiengesellschaft, die infra fürth gmbh, die Stadtwerke Ansbach und die Stadtwerke Schwabach gegründet.

Mittlerweile sind 44 Mitglieder im Verbund organisiert. Weitere Interessenten prüfen den zeitnahen Beitritt. Das gemeinsame Ziel: eine einheitliche und flächendeckende Ladeinfrastruktur im Raum Nordbayern aufzubauen und so einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele und zum Gelingen der Energiewende zu leisten.

Ein Ladesäulenfinder, eine Übersicht über alle Mitglieder und weitere Informationen zum neuen Zugangs- und Bezahlsystem sind unter  www.ladeverbund-frankenplus.de zu finden.

Schaeffler und NCTE schließen Kooperation für Fahrrad- und E-Bike-Markt

Ausgereifte Serienprodukte gehören ebenfalls zum breiten Produktportfolio, das Schaeffler exklusiv weltweit anbieten wird. (Bildquelle: SCHAEFFLER)

Eurobike 2017 – Ausblick auf innovative E-Bike-Sensorsysteme

Schaeffler hat NCTE als Technologiepartner für Drehmomentsensorik ausgewählt und wird das gemeinsame Sensorlager-Produktportfolio der beiden Firmen im Fahrrad- und E-Bike-Markt exklusiv anbieten.

Die Kooperation von Schaeffler mit dem Sensorik-Anbieter NCTE resultiert in einem einzigartig umfangreichen Portfolio an mechatronischen Komponenten für den Fahrrad- und E-Bike-Markt. Dazu gehören sowohl Serienprodukte wie Drehmoment-Sensor-Innenlager als auch hochintegrierte Kundenlösungen wie Drehmomentsensoren für Mittelmotoren. Die Sensoren messen die Trittfrequenz oder kombiniert die Trittfrequenz und das Drehmoment mit berührungsloser, magnetostriktiver Messtechnik. Dieses Produktportfolio wird Schaeffler im Rahmen der Kooperation mit NCTE weltweit exklusiv vertreten. Schaeffler entwickelt und liefert schon seit Jahren mechatronische Serienkomponenten für E-Bike-Antriebe und zahlreiche Präzisionskomponenten für Fahrräder – neben Tretlagern sind das zum Beispiel Lagerlösungen für Naben, Steuerkopflager sowie Lager und Dichtungen für Getriebenaben.

Exzellente Technologie und kurze Lieferzeiten
Die Kooperationspartner setzen bei der Fertigung auf die Erfahrung von Schaeffler bei der weltweiten Produktion von Großserien mechanischer Bauteile und die flexiblen Fertigungsstrukturen der Münchner NCTE AG mit kurzen Lieferzeiten.

Mit der Zusammenarbeit unterstreicht Schaeffler einmal mehr seinen Anspruch, mit exzellenten Technologien innovative Lösungen für die Mobilität der Zukunft zu entwickeln. Ziel ist es, die Schaeffler-Kompetenzen für Elektromobilität und insbesondere für E-Bikes konsequent weiterzuentwickeln.

Innovationen zum Anfassen auf der Eurobike 2017
Besuchen Sie den Schaeffler-Stand auf der Eurobike in Halle 6, Stand A6-208 vom 30. August bis 1. September 2017, und überzeugen Sie sich selbst von den Fortschritten der neuesten Produkte für Fahrräder und E-Bikes. Unsere Experten erklären Ihnen gerne, wie die Sensorlösungen von Schaeffler für morgen aussehen: produktiver, präziser und langlebiger für noch mehr Fahrvergnügen.

Source: www.schaeffler.de

Studie: E-Autos bereits jetzt mit Klimavorteilen

Seit längerem tobt bereits die Debatte darüber, ob Elektromobilität aus Klimaschutzgründen derzeit vorteilhaft ist oder nicht. Das Öko-Institut kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass E-Autos bereits einen Klimavorteil gegenüber vergleichbaren Autos mit konventionellem Antrieb haben. Zugleich fordert das Institut, die Ausbaupfade für die einzelnen erneuerbaren Technologien zu erhöhen, um auf den Zuwachs an E-Fahrzeugen zu reagieren.

Wichtige Aussagen der Studie:

  • Die im EEG festgeschriebenen Ziele für den Anteil an erneuerbarem Strom (EE-Strom) am Bruttostromverbrauch erhöhen in Deutschland mittelfristig den Klimavorteil von Elektrofahrzeugen. Um eine Klimaneutralität der Elektromobilität zu erreichen, müsste aber das EE-Ausbauziel im Stromsektor angehoben werden (derzeit 80 Prozent bis 2050).
  • Ohne eine Anpassung der EE-Ausschreibungsmenge kann der Korridor von  55 bis 60 Prozent EE-Strom bis 2035 verfehlt werden. Zudem müssten die zusätzlichen Strommengen fossil erzeugt werden, was die Klimabilanz der E-Fahrzeuge verschlechtert.
  • Fahrstrom sollte weiterhin mit der vollen EEG-Umlage belastet werden, damit Elektromobilität auch zur Finanzierung beiträgt.
  • Fossile Kraftstoffe sollten nach dem Verursacherprinzip stärker finanziell belastet werden, um so verschiedene Elemente der Elektromobilität fördern zu können.
  • Bei höheren Anteilen an Elektrofahrzeugen gewinnt die Systemdienlichkeit, d.h. vor allem die Lastverschiebung beim Laden, an Bedeutung. In Förderprogrammen und beim Infrastrukturaufbau sollte die Systemintegration daher bereits heute Berücksichtigung finden.
  • Ein systemdienliches Laden der Elektrofahrzeuge kann einen zusätzlichen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten, dieser Effekt ist jedoch insgesamt begrenzt.

Sie finden die Studie hier.

eMobilität für Mittelstand und Handwerk: Praxis und Zukunft (23.11.17, München)

Eine Veranstaltung von: den ZD.B-Themenplattformen „Digitalisierung im Energiebereich“ und „Vernetzte Mobilität“, der Bayern Innovativ GmbH (Kompetenzstelle Elektromobilität Bayern) sowie dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband Deutschlands e.V. In Kooperation mit: Handwerkskammer für München und Oberbayern

Ziel der Veranstaltung ist es, über den aktuellen Stand der Elektromobilität breit, mit hohem Anwendungsbezug und neutral informieren. Die Vortragsthemen der Veranstaltung werden auf die Zielgruppen Handwerk und Mittelstand zugeschnitten sein.

Die detaillierte Agenda wird in Kürze bekannt gegeben.

Datum: Donnerstag, 23. November 2017, 13:30 – 18:00 Uhr, danach: get together

Ort: tbd (Großraum München)

Anmeldung: Anmeldedetails werden in Kürze bekannt gegeben. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Source: zentrum-digitalisierung.bayern

Leoni: Bordnetze für Autonomes Fahre (IAA2017)

Steigende Sicherheitsanforderungen für elektrische Bauteile – Modularer Vollautomat bis 2020 in Planung – Zusammenarbeit von Mensch und Roboter

Nürnberg – Der Trend der Digitalisierung ermöglicht das Autonome Fahren und bringt damit auch Entwicklung und Fertigung von Bordnetz-Systemen voran. Schon heute vernetzt Leoni Maschinen in Produktionswerken, nutzt die virtuelle Realität zur Verbesserung der Effizienz oder setzt kollaborierende Roboter für die Fertigung von Kabelsätzen ein. Auf der IAA (Stand D40, Halle 4.1.) stellt der führende europäische Anbieter von Kabeln und Kabelsystemen für die Automobilbranche und weitere Industrien, seine Zukunftslösungen für eine stärker automatisierte und roboter-gestützte Fertigung von Bordnetz-Systemen vor.

Leoni fertigt Aluminium-Stromschienen (Busbars) in Osteuropa bereits vollautomatisch: Im Jahr 2017 kam die zweite mannlose Fertigungszelle hinzu. (Bildquelle: LEONI)

Bereits seit 2014 fertigt Leoni Teilkabelsätze vollautomatisch. Hierbei werden Maschinen eingesetzt, die Leitungen ablängen, Kontaktteile anschlagen und in die dafür vorgesehenen Gehäuse einstecken. Auch Stromverteiler, wie z.B. Sicherungs- und Relaisboxen werden schon automatisiert produziert: Seit 2015 verfügt Leoni zudem über eine vollautomatische Fertigung für Stromschienen (Busbars), die die herkömmliche Unterflur-Batterieleitung ersetzen. Auch die Verarbeitung biegeschlaffer Leitungen auf einem Vollautomaten befindet sich bei Leoni in Serie.

Bis 2020 plant Leoni, die vollautomatisierte Montage kleinerer Leitungssätze: Die Fertigungszelle eignet sich vor allem für sogenannte HaF- oder HaD-Leitungssätze – speziell für die Anforderungen an das Autonome Fahren.

Höhere Anforderungen an Datenleitungen und Kabelsätze

Autonom fahrende Autos werden den Trend zu mehr Sicherheits- und Assistenz-Systemen weiter beschleunigen. Auch die Vernetzung zwischen einzelnen Fahrzeugen sowie die Verbindung zwischen Autos und deren Umgebung nimmt zu. Die steigende Datenrate bei der Datenübertragung in künftigen Fahrzeugen stellt jedoch auch höhere Anforderungen an die Konfektion der Leitungen: Datenprotokolle und Sonderleitungen lassen sich nur sehr aufwendig manuell produzieren. Die Folge: Die automatische Fertigung von Datenleitungen wird sich zum Standard entwickeln. Einen hohen Anteil könnten dabei die Koax- bzw. Mini-Koax-Verbindungen darstellen. Auch hier produziert Leoni bereits vollautomatisch und konfektioniert Fakra-Leitungen.

Aber auch die Sicherheitsanforderungen an einzelne Produkte steigen: Neben niedrigen Ausfallraten fordern Automobilhersteller vermehrt eine Prozessüberwachung, die neben der Crimp-Kraft auch weitere Prozessparameter, wie z.B. die Bestückungskraft dokumentiert. Möglich ist das nach heutigem Stand der Technik nur durch eine automatisierte Fertigung.

Elektromobilität als Treiber der automatisierten Fertigung

Auch im Bereich der Elektromobilität gewinnt das Thema Automatisierung an Bedeutung: Bisher war die Produktentwicklung für die Elektromobilität eher auf kleinere Stückzahlen ausgelegt; eine automatische Fertigung bisher undenkbar. Doch gerade hier findet nun ein Umdenken der Komponentenhersteller statt: Leoni entwickelt bereits Lösungen, die sowohl für die Bauteile als auch die Fertigung optimiert sind. Erste Maschinenlösungen sind einsatzbereit.

Cobots in der Erprobung: Mensch und Roboter Hand in Hand

Derzeit laufen bei Leoni Versuche mit kollaborierenden Robotern: Dabei wird zum Beispiel deren Einsatz im Bereich der Leitungsvorbereitung getestet. Erste Beobachtungen zeigen: Die Zusammenarbeit mit dem Roboter entlastet den Mitarbeiter in der Produktion und steigert die Effizienz.

Ein weiterer Automatisierungsschritt betrifft den Warentransport mithilfe eines führerlosen Transportfahrzeugs ins Fertigwarenlager. Dort übernimmt ein Roboter die Ware und lagert diese in einem Hochregallager. Die Entnahme erfolgt anschließend sequenziert in der vom Kunden bestellten Reihenfolge. In Shanghai, China, ist dieses Verfahren bereits in Serienanwendung.

Blackout durch Elektrofahrzeuge? – N-ERGIE AG plädiert für einen intelligenten Denkansatz

Derzeit kursiert das Horrorszenario von Blackouts, ausgelöst durch den ungebremsten Ausbau der Elektromobilität.„Hier wird Angst durch unrealistische Annahmen und statisches Denken ausgelöst“, erklärt Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-ERGIE Aktiengesellschaft.

„Unrealistisch sind die Annahmen, weil niemand ernsthaft davon ausgehen kann, dass schlagartig alle Verbrennungsmotoren durch elektrischen Antrieb ausgetauscht werden.

In einem aus heutiger Sicht realistischen Szenario wird der Anteil der Elektrofahrzeuge am PKW-Gesamtbestand Ende 2030 bei 15 bis 20 Prozent liegen. Es geht demnach um lediglich sechs bis acht Mio. und nicht um rund 41 Mio. PKW“, erläutert Hasler.

Zudem sei die Betrachtung statisch, weil die Entwicklungen in den Bereichen Energie und Mobilität einfach ausgeblendet würden.

Elektrofahrzeuge werden sich zuerst dort durchsetzen, wo das vorrangige Laden mit der eigenen Fotovoltaik-Anlage möglich ist. Mit dem selbst erzeugten Strom sind einhundert Kilometer Mobilität für rund 1,50 Euro möglich und damit im Vergleich zum benzin- oder dieselbetriebenen PKW um ein Vielfaches günstiger.

Auch die erforderliche Ladeleistung wird von den Skeptikern falsch eingeschätzt. Da die Fahrzeuge regelmäßig zehn und mehr Stunden zuhause parken und laden können, reicht eine Ladeleistung von 3,7 Kilowatt vollkommen aus.
Hinzu kommt, dass sich die Speichertechnologie dynamisch fortentwickeln wird und im Bereich der Energieeffizienz noch große Potenziale liegen.

Ausgeblendet wird auch der massive Wandel der Arbeitswelten durch die Digitalisierung. Zahlreiche Fahrten und letztlich auch Fahrzeuge werden künftig entbehrlich. Die sich gerade in urbanen Räumen ständig weiter verbreitenden Modelle wie etwa Car-Sharing tragen zudem dazu bei, dass es künftig weniger Fahrzeuge geben wird.

„Anstatt den gegenwärtigen Status quo linear über mehrere Jahrzehnte weiterzudenken, sollten wir intelligenter ansetzen und die unterschiedlichen Trends miteinbeziehen. So gesehen wird Elektromobilität zum Gewinnerthema für Deutschland“, resümiert Hasler.

Partnersuche FuE-Projekt „Bordnetze“

Forschungsprojekt E|Connect

Die Professur Qualitätswissenschaften sowie der Lehrstuhl FAPS an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg beschäftigten sich mit neuen Qualitätsmanagementansätzen in der Bordnetz-Branche im Rahmen eines geförderten EU-Projektes. Im Projekt werden neue Forschungsansätze im Bereich Bordnetze entwickelt und den Industriepartnern im Rahmen von Austauschtreffen zwischen Universität und Industrie zur Verfügung gestellt. Ziel ist es dabei, insbesondere KMUs in Bayern anzusprechen und einen regen Austausch zwischen Universität und Unternehmen zu ermöglichen. Gerne können die Unternehmen jederzeit  unternehmensspezifische Projekte oder eigene Forschungsideen in das Projekt miteinbringen. Die Teilnahme an dem Projekt ist kostenlos.

Die Themeninhalte sollen hierbei sehr weit gefasst werden, von der Legierung des Grundmaterials, über die Beschichtung bis hin zur Fertigung und Einbau von Bordnetzen oder Bordnetzkomponenten, sodass eine Vielzahl von Unternehmen teilnehmen kann.

Der Vorteil ist eine höhere Vernetzung – vielleicht auch in neuen Feldern und die Beantwortung von aktuellen Fragestellungen, die für die Unternehmen wichtig sind, aber wegen mangelnder Ressourcen bis heute noch nicht bearbeitet wurden. Gerne stellt Ihnen die Professur für Qualitätswissenschaften das Vorhaben auch persönlich vor.

Falls Sie an einer Kooperation Interesse haben oder mehr Informationen möchten, nehmen Sie doch bitte Kontakt mit dem Lehrstuhl auf.

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Fertigungsmesstechnik
Professur für Qualitätswissenschaft
Prof. Dr.-Ing. Heiner Otten

Ansprechpartner
M.Sc. Marlene Kuhn
Nägelsbachstraße 25, 91052 Erlangen
Telefon +49 9131 85-20435
Fax +49 9131 85-20449
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