ZF stärkt Division E-Mobility

ZF Friedrichshafen stärkt die Division E-Mobility durch neue Gebäude und Standorte. In Schweinfurt eröffnete der Zulieferer ein Gebäude für die Bereiche Verwaltung, Entwicklung und Vertrieb. Zudem wird das globale Produktionsnetzwerk für Elektroantriebe um Standorte in Serbien und China erweitert.

In dem neuen Schweinfurter Gebäude hat ZF Platz für rund 520 Mitarbeiter geschaffen. Ihre Arbeitsplätze wurden nach dem sogenannten Bürokonzept 3.0 des Zulieferers gestaltet, das projektbezogenes und flexibles Arbeiten ermöglicht und die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander erleichtert. Schweinfurt zählt mit insgesamt mehr als 9.400 Beschäftigten zu den größten ZF-Standorten weltweit. Neben der 2016 gegründeten Division E-Mobility wird auch die ZF-Division Aftermarket von Schweinfurt aus gesteuert.

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Elektromobilität: Förderrichtlinie für verlängerte Kaufprämie veröffentlicht

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat am 31. Mai die Verlängerung des Umweltbonus für Elektrofahrzeuge bekannt gegeben. Die finanzielle Förderung soll ab Juli unverändert bis Ende 2020 weitergelten oder vorher der Fördertopf von 600 Mio. Euro aufgebraucht werden. Reine Elektrofahrzeuge werden wie bisher gemeinsam von Bund und Herstellern mit 4.000 Euro gefördert, Plug-in-Hybride mit 3.000 Euro. Der maximale Nettolistenpreis von 60.000 Euro für das Basismodell gilt weiter.

Verkehrsminister Scheuer hat als Teil des Maßnahmenpaketes zur Erreichung der Klimaziele 2030 zudem angekündigt, die Fördersummen anschließend zu erhöhen. Günstigere Elektroautos bis 30.000 sollen dann mit 4.000 Euro Bundesförderung attraktiver werden. Bei leichten Nutzfahrzeugen und Taxis mit Elektroantrieb sind sogar 8.000 Euro Fördersumme im Gespräch. Noch nicht geklärt ist, ob Hersteller ihre Anteile an der Kaufprämie ebenfalls erhöhen.

Die aktualisierte Förderrichtlinie finden Sie hier. (tb)

Quelle: DIHK

Finanzminister verlängert steuerliche Förderung für Elektromobilität

Finanzminister Scholz plant, die steuerliche Förderung der Elektromobilität zu verlängern und auszubauen. Dazu wurde Anfang Mai ein Referentenentwurf zur Konsultation gestellt. Im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2019 soll in erster Linie das Ziel der umweltfreundlichen Mobilität umgesetzt werden. Demnach soll die Steuerbefreiung für vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für das elektrische Aufladen eines Elektroautos beim Arbeitgeber und die Überlassung von Ladeinfrastruktur zur privaten Nutzung bis 2030 verlängert werden. Ebenfalls vorfristig verlängert werden soll die 0,5 Prozent-Regel bei der Dienstwagenbesteuerung. Dafür müssen Elektroautos, einschließlich Plug-in-Hybriden Mindestkriterien erfüllen: Entweder emittieren sie höchstens 50 Gramm CO2 je Kilometer oder erreichen ab 2021 eine elektrische Mindestreichweite von 60 Kilometern. Dieses Kriterium wird ab 2025 auf 80 Kilometer verändert. Neu eingeführt werden soll eine Sonderabschreibung von 50 Prozent im Jahr der Anschaffung für betrieblich genutzte rein elektrische Lieferfahrzeuge. Gemeint sind hier Elektrolieferfahrzeuge (Klassen N1 und N2) mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse von maximal 7,5 Tonnen.

Da der Markthochlauf für Elektrofahrzeuge sich noch deutlich beschleunigen muss, um die von der Verkehrskommission mögliche Zahl von 7 bis 10 Mio. Elektroautos zu erreichen, können diese Maßnahmen einen Baustein zur Zielerreichung darstellen. Da ein Großteil der neu zugelassenen Fahrzeuge auf die Veranlassung von Unternehmen stattfindet, wird hier ein wichtiger Hebel adressiert. Die Verlängerung der Steuervorteile bis 2030 schafft zudem Planbarkeit für die Unternehmen. Die Sonderabschreibung ist als weiterer Anreiz grundsätzlich zu befürworten, sollte jedoch für alle emissionsfreien alternativen Antriebe zur Verfügung stehen und auf damit auf technologische Vorfestlegungen verzichtet werden. (tb)

Quelle: DIHK

BMVI födert Elektromobilität Projektideen für praxisnahe Forschungs- und Demonstrationsvorhaben mit Batterie

Ab sofort können im Förderprogramm Elektromobilität Projektideen für praxisnahe Forschungs- und Demonstrationsvorhaben zur Förderung der Elektromobilität mit Batterie beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eingereicht werden.

Antragsfrist ist der 15. August 2019.

Mehr unter: https://www.now-gmbh.de/de/aktuelles/presse/aufruf-fuer-fue-projekte-im-foerderprogramm-elektromobilitaet-veroeffentlicht

E-Drive Center: Elektrisierende Forschung

2019tt_04595 © Thomas Tjiang

Forschungsbereichsleiter Dr.-Ing. Alexander Kühl im Labor des E-Drive-Centers.

Nürnberger Wissenschaftler arbeiten an der elektrischen Antriebstechnik der Zukunft.

Elektrische Antriebe für die Industrie und Antriebstechnik für die Elektromobilität: Dies sind Forschungsschwerpunkte des Bayerischen Technologiezentrums für elektrische Antriebstechnik (E-Drive-Center), das seinen Sitz im Nürnberger Gewerbepark „Auf AEG“ hat. Im Jahr 2010 nahm die Einrichtung ihren Betrieb auf als Forschungsbereich des Lehrstuhls für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (Faps) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Der Freistaat Bayern hatte die Errichtung des E-Drive-Centers im Zuge des Strukturprogramms Nürnberg-Fürth, das nach der Quelle-Insolvenz aufgelegt wurde, mit einer Anschubfinanzierung von neun Mio. Euro gefördert. Die IHK Nürnberg für Mittelfranken hat im Rahmen ihres „Zukunftsprogramms Mittelfranken 2025“ vom Juni 2018 dem Freistaat Bayern empfohlen, die Förderung des E-Drive-Centers fortzusetzen.

Die 17 Wissenschaftler sind gleichermaßen in der Grundlagenforschung und mit Industrieprojekten aktiv, um neue Forschungsergebnisse schnell in die industrielle Anwendung zu bringen. Nach Worten von Forschungsbereichsleiter Dr.-Ing. Alexander Kühl ist es dem E-Drive-Center gelungen, die gesamten Personalkosten über Drittmittel zu decken. Hierfür wurde eine Reihe von Förderprojekten des Bundeswirtschaftsministeriums gewonnen. Dazu zählt beispielsweise das im letzten Jahr gestartete Projekt „High-V: Entwicklung von Fertigungsprozessen für den elektrischen Hauptantriebsstrang (ca. 150 kW) mit E-Motor und Brennstoffzellen-Batterie-Hybrid“. Aufgezeigt werden soll, wie eine hoch flexible und hoch automatisierte Fertigung von leistungsfähigen elektrischen Antrieben gestaltet werden kann, die für den Einsatz in der zivilen Luftfahrt geeignet sind.

Spulen für Elektromotoren

Großes Know-how haben die Wissenschaftler bei der Analyse und Optimierung von industriellen Verfahren, um die Fertigung von Komponenten und Systemen für die elektrische Antriebstechnik zu verbessern. Dazu gehören zum Beispiel unterschiedliche Wickelverfahren, mit denen isolierter Kupferdraht zu einer Spule etwa für den Antrieb eines Elektromotors aufgewickelt wird. Um die Werkzeugkosten bzw. den großen Umrüstaufwand bei Kleinserien in der industriellen Fertigung zu senken, entwickelt das E-Drive-Center u. a. ein Robotersystem für das Aufwickeln. Im Labor „Auf AEG“ findet sich eine innovative Universalwickelmaschine, die verschiedene Wickelschemata ermöglicht und sich flexibel an wechselnde Geometrien anpassen lässt.

In der Automobilindustrie rücken halboffene Formspulen, sogenannte Hairpins, in den Fokus. Wegen deren wachsender Bedeutung tüftelt das E-Drive-Center beispielsweise an der Weiterentwicklung des Laserschweißens oder am innovativen Ultraschallschweißen zum Kontaktieren von Kupferlackdrähten. Beim Laserschweißen wird auch der Einsatz von Big Data erprobt – also die Erfassung und Verarbeitung einer Vielzahl von Daten inklusive akustischer Signale. Verfahren des maschinellen Lernens werden eingesetzt, um den Prozess des Laserschweißens kontinuierlich zu verbessern. Dieser Ansatz könnte auch auf die Wickelverfahren übertragen werden, um die Geschwindigkeit zu steigern, den Kupferverbrauch zu senken und gleichzeitig eine möglichst geringe Fehlerquote zu erreichen. Laut Kühl betritt das E-Drive-Center mit dem großen Big-Data-Forschungsthema für den Elektromaschinenbau „definitiv Neuland“.

In Nordbayern sieht Kühl eine große Zahl an Unternehmen, die im Elektromaschinenbau aktiv sind und mit denen das E-Drive-Center einen intensiven Austausch pflegt. Darunter sind auch zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen. Kooperiert wird beispielsweise im Rahmen von Master-Arbeiten oder längerfristig bei Promotionen.

In internationalen Expertenkreisen hat sich das E-Drive-Center auch durch seine wissenschaftlichen Veranstaltungen einen Namen gemacht: Initiiert wurden das jährliche Seminar „Produktion elektrischer Antriebe“ und die internationale Fachkonferenz „Electric Drives Production Conference“ (E-DPC). Diese Konferenz mit begleitender Ausstellung, die Ende des Jahres bereits zum neuen Mal stattfinden wird, ist nach Worten Kühls weltweit einzigartig und schlage eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis.

Zudem veranstalten die Forscher Tage der offenen Tür und nehmen an Veranstaltungen wie der „Langen Nacht der Wissenschaften“ oder dem Standort-Event „Offen Auf AEG“ teil, um nicht nur Wissenschaftler, sondern auch die interessierte Öffentlichkeit über ihre Arbeit zu informieren.

Autor: tt.

Projektausschreibung „Smart Cities and Regions“ Zentrum Digitalisierung Bayern. Antragsfrist: 30.06.2019.

Die Themenplattform Smart Cities and Regions sucht nach innovativen, unternehmensgetriebenen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der Digitalisierung im Bereich intelligenter Städte und Regionen.

Quelle.

Pilotstudie- Teststrecken an die Technische Fakultät Erlangen

Du wünscht dir neue Alternativen der Mobilität, möchtest Zeit sparen oder deine Kosten beim Fahren mit dem eigenen Auto verringern? Dann bist du genau richtig! Im neuen Sommersemester suchen wir für Fahrten zur Technische Fakultät Teilnehmer, die Mitfahrten über unsere App einfach und schnell organisieren.Mehr unter: https://roadius.de/

Den Traum vom autonomen Fahren wahr machen: Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Mittelfranken leisten wichtige Beiträge.

Hände weg vom Steuer!

Den Traum vom autonomen Fahren wahr machen: Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Mittelfranken leisten wichtige Beiträge. Von Thomas Tjiang / Illustration: Anton Atzenhofer

Die Vision vom Zeitunglesen während der Fahrt oder von angeregten Gesprächen auf der Rückbank ist keine unrealistische Zukunftsmusik mehr. Um den Traum vom autonomen Fahren wahr zu machen, ist aber noch viel Forschungsarbeit zu leisten. Denn dafür müssen die Fahrzeuge die sogenannte Autonomiestufe 5 erreichen – also eine Vollautomatisierung, bei der kein Fahrer oder Lenkrad mehr notwendig sind. Schon auf den Straßen sind heute Pkw mit der Autonomiestufe 1 (z. B. mit Abstandstempomat als Fahrerassistenz) und mit der Autonomiestufe 2 (Teilautomatisierung wie automatisches Einparken, Spurhalten oder Stauassistent).

Für das vollständig autonome Fahren muss das Fahrzeug zu einem Hochleistungsrechner werden: Die Daten zur Umfelderkennung, die von Radar-, Laser-, Ultraschallgeräten und Kameras geliefert werden, müssen in Millisekunden verarbeitet und bewertet werden. An solchen Themenstellungen arbeiten auch Hochschulen, Institute und Unternehmen in Mittelfranken.

Das autonome Fahren setzt nicht nur die Digitalisierung des Fahrzeugs, sondern auch der Verkehrsinfrastruktur voraus: Neben Straßenkarten mit zentimetergenauen Details sind vor allem digitale Verkehrsinformationen gefragt. Auf den Straßen der Zukunft kommunizieren nämlich nicht nur die Autos miteinander (V2V; Vehicle to Vehicle), sondern auch Fahrzeuge mit der Infrastruktur (V2I; Vehicle to Infrastructure) und umgekehrt (I2V).

Das Bundesverkehrsministerium hat auf der Autobahn A9 vor den Toren Nürnbergs ein „Digitales Testfeld Autobahn“ eingerichtet. Hier erprobt zum Beispiel die Siemens AG eine neu entwickelte Radartechnologie, die direkt mit den Fahrzeugen kommuniziert. Im „KoRA9“-Projektverlauf werden sukzessive der Verkehrsfluss erfasst, ein Stauende oder Falschfahrer detektiert sowie ein Pkw auf dem Standstreifen erkannt.

Ein weiteres A9-Projekt trägt den Namen „Providentia“ und testet kurz vor München, inwieweit Videodaten einen Vorausblick auf die Strecke auch bei widrigen Umweltverhältnissen ermöglichen. Hier wird auf eine Software des Erlanger Projektpartners Elektrobit zurückgegriffen. Das Besondere hierbei: Die Videodaten von der Autobahn gehen zunächst an einen digitalen Zwilling, der nur virtuell besteht. Der digitale Zwilling stellt maschinenlesbare Daten bereit, die dann an ein Auto gesendet werden. So soll das autonome Fahrzeug in Echtzeit beispielsweise darüber informiert werden, auf welchen der fünf Autobahnspuren die wenigsten Verkehrsstörungen bestehen.

Zur Forschung rund um das autonome Fahren leistet auch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wichtige Beiträge. Ein Flaggschiff hierbei ist das Interdisziplinäre Zentrum Eingebettete Systeme (ESI). Dort werden auch für den Bereich Automotive Grundlagen erforscht und Anwendungen entwickelt. Beispielsweise geht es um Fahrerassistenzsysteme, die auf Sensortechnologien beruhen und Zustand sowie Umfeld eines Fahrzeugs erfassen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zusammenführung unterschiedlicher Sensorverfahren, um Schwächen der einzelnen Technologien zu kompensieren.

Im ESI sind die drei Lehrstühle für Informatik 3 (Rechnerarchitekturen), Informatik 12 (Hardware-Software-Co-Design) sowie für Hochfrequenztechnik gebündelt. Außerdem wird gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS das ESI-Anwendungszentrum betrieben. Es führt die entsprechenden Forschungsaktivitäten in der Metropolregion Nürnberg zusammen und fungiert somit als einzigartige Schnittstelle zwischen Industrie und Forschung, so ESI-Geschäftsführer Dr.-Ing. Torsten Klie.

Insgesamt beschäftigen sich an der FAU neun Lehrstühle mit Aspekten rund um das autonome Fahren. Der Lehrstuhl für Technische Elektronik untersucht elektronische Hardware und Algorithmen für die Signalverarbeitung und für die Kalibration etwa von Radarsystemen und Laserscannern, die beim automatisierten Fahren eingesetzt werden. Der Lehrstuhl für Informationstechnik mit dem Schwerpunkt Kommunikationselektronik entwickelt Verfahren und Systeme zur Informationsübertragung. Im eigenen „RoboLab“ werden Algorithmen für das autonome Fahren in Laborumgebung erarbeitet und getestet. Zu den Forschungsgebieten gehören auch die simultane Positionsbestimmung, die Kartenerstellung sowie das Tracking dynamischer Objekte. Der Lehrstuhl für Informatik 7 (Rechnernetze und Kommunikationssysteme) beschäftigt sich u. a. mit der Kommunikation zwischen Fahrzeugen einerseits und anderen Verkehrsteilnehmern und Objekten andererseits. Außerdem werden innovative Zukunftsszenarien simuliert und modelliert oder die Privatsphäre in Fahrzeugnetzen untersucht.

Der Lehrstuhl Informatik 3 erforscht Algorithmen, die Signale schnell und effizient verarbeiten und gleichzeitig dafür nur minimale Energie benötigen. Außerdem ging es in einem bereits ausgelaufenen Projekt u. a. um Simulationsumgebungen für sogenannte virtuelle Testfahrten. Aufgrund der vielen erforderlichen Tests können die zugehörigen Testfahrten nicht nur real auf der Straße durchgeführt werden. Der Lehrstuhl für Informatik 5 (Mustererkennung) führt Projekte zur Interpretation von Sensordaten durch. Hier werden zum Beispiel sogenannte Schwarmdaten, also viele Daten vieler autonomer Autos, mit verschiedenen Zielsetzungen analysiert.

Rechtliche Aspekte

Außerdem werden an der FAU auch zwei Themengebiete erforscht, die beim autonomen Fahren meist nicht unmittelbar im Fokus stehen, aber dennoch große Bedeutung haben: Der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Recht des Geistigen Eigentums und Technikrecht geht rund um autonome Systeme den rechtlichen Aspekten der Digitalisierung inklusive Haftungsfragen nach. Auf die ethischen Fragen in diesem Zusammenhang konzentriert sich Prof. Dr. Peter Dabrock vom Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik). Er ist zugleich Mitglied im vom Bundeswissenschaftsministerium initiierten Projekt „Plattform Lernende Systeme“ und Vorsitzender des Deutschen Ethikrats.

An der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm beschäftigt sich Prof. Dr. Ramin Tavakoli Kolagari an der Fakultät Informatik im Kern damit, die Entwicklung von Software weiter zu verbessern, damit sie angesichts riesiger Datenmengen in der Praxis „schnelle und zuverlässige Entscheidungen“ treffen kann. Mit Projekten und Promotionen werden neue Ansätze und Strukturen erprobt, um das maschinelle Lernen zu verbessern. Die erfolgreichsten Vertreter des maschinellen Lernens sind neuronale Netze, die analog zur Struktur des menschlichen Gehirns entworfen wurden. Beim Training für das maschinelle Lernen geht es darum, die Werte einzuüben, die für eine Weitergabe wichtig sind. Am Ende muss ein Fußgänger, egal ob klein oder groß, mit absoluter Sicherheit erkannt werden.

Tavakoli gehört auch zu den bayernweit 20 Professoren, die die Digitalisierung im Freistaat über das Zentrum Digitalisierung Bayern ZD.B vorantreiben sollen. Er ist in diesem Netzwerk für Software-Entwicklung für sichere und autonome Fahrzeugsysteme zuständig. Mit zwei Promotionsarbeiten geht er der Frage nach, wie sich maschinelles Lernen und Datensicherheit im Automotive-Bereich verbinden lassen. Diese Arbeiten hätten eine „Pionierrolle“, die für die Erklärbarkeit des maschinellen Lernens und für die Produkthaftung von Relevanz sein werden. Für I2V-Daten bis hin zum Infotainment unterschiedlicher Anbieter müssen immer mehr „Türen“ in der Automotive-Software geöffnet werden. Der unbefugte Zugriff Dritter, also der Missbrauch möglicherweise unzureichend abgesicherter „Türen“, gilt als eine zentrale Herausforderung beim autonomen Fahren.

Die Nürnberger Spezialisten für Lokalisierung des Erlanger Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS haben bereits erfolgreich das Halten an der Stopplinie demonstriert: Für das Innovationsprojekt mit dem Kfz-Zulieferer Bertrandt wurde das vorhandene Fahrerassistenzsystem erweitert, um je nach Geschwindigkeit 100 Meter vor der Haltelinie den Bremsvorgang einzuleiten und dann zentimetergenau vor der Stopplinie zum Halten zu kommen. Hierfür wurden vorhandene Technologien im Auto wie GPS-Empfänger und der digitale Radiostandard DAB intelligent vernetzt, eine zusätzliche Hardware wurde nicht benötigt. Die Anwendung soll nun weiter verbessert und einmal deutschlandweit einsatzfähig sein, berichtet IIS-Lokalisierungsexperte Matthias Overbeck. Durch präzise Ortsinformationen wird auch die Qualität von Schwarmdaten, die von erheblicher Bedeutung für vernetztes Fahren sind, optimiert. Beispielsweise können Fahrzeuge über ihre Detektoren Straßenschäden erfassen und die Daten an eine Cloud senden, damit nachfolgende Fahrzeuge automatisch die Dämpferregelung anpassen. Das IIS ist auch am EU-Projekt „Propart“ beteiligt, das sich mit dem automatisierten Einfädeln von Lkw auf Autobahnen beschäftigt.

Autor: Thomas Tjiang
Quelle: WIM Magazin

 

Elektromobilität in Unternehmen Handlungsfelder und Empfehlungen

Die gesamte Mobilität ist im Wandel. Dies betrifft auch die Fuhrparks von Betrieben. Im neuen Leitfaden „Elektromobilität in Unternehmen“ zeigen die IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim und die Bayern Innovativ GmbH, wie Firmen ihre Unternehmensflotte durch den Einsatz von Elektromobilität nachhaltiger und wirtschaftlicher gestalten können. „Elektrofahrzeuge sind gerade im betrieblichen Einsatz schon längst alltagstauglich“, ist IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes überzeugt. Mehr unter…

Dynamische Preise für öffentliche Parkhäuser sollen Verkehr lenken

N-ERGIE und infra erhalten 3,8 Millionen Euro für Elektrifizierung und Digitalisierung des Parkraums

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt aus den Mitteln seines Sofortprogramms Saubere Luft ein Projekt der N-ERGIE Aktiengesellschaft und der infra fürth gmbh. Mit insgesamt 3,8 Millionen Euro fördert es die Ausrüstung von öffentli-chen Parkhäusern mit Parksensoren und Ladestationen für Elektroautos sowie die Entwicklung einer digitalen Plattform zur Steuerung des Verkehrs.

Bundesminister Andreas Scheuer übergab bereits am Dienstag, 19. März in Berlin den „Zukunftsscheck“ in Höhe von 3,8 Millionen Euro an die Bundestagsabge-ordneten Sebastian Brehm und Martin Burkert, die die-sen heute an N-ERGIE Vorstandsmitglied Karl-Heinz Pöverlein weiterreichten.

3.100 Parksensoren und 370 Ladepunkte
Insgesamt sollen sechs Nürnberger und vier Fürther Parkhäuser außerhalb der Innenstädte mit insgesamt 3.100 Sensoren zur Erfassung der Parkplatz-Belegung sowie Ladestationen für 370 Elektroautos ausgestattet werden.

Darüber hinaus entwickelt die N-ERGIE eine digitale Plattform, die nicht nur Auskunft über Belegung von Parkplätzen und Ladestationen erteilt, sondern darüber hinaus über den aktuellen Preis informiert. Dieser soll dynamisch an die vorherrschende Verkehrssituation und die Belastung mit Luftschadstoffen angepasst wer-den und so verkehrsleitende Wirkung erzielen: Ist die Belastung besonders hoch, kann etwa die Parkgebühr verringert werden, um Autofahrer zu motivieren auf emissionsärmere Angebote wie den ÖPNV auszuwei-chen.

Insgesamt werden N-ERGIE und infra in das Projekt rund 7,7 Millionen Euro investieren. Die Fördersumme durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur deckt damit etwa die Hälfte der geplanten Kosten ab.Der Abschluss des Projekts ist mit der Einführung der digitalen Plattform bis Ende 2020 vorgesehen.