IAWC Testverfahren für mobilie Speicher – TÜV Rheinland

10. Sitzung des IHK-Innovations- und AnwenderClubs eMobilität
„Testverfahren für mobile Speicher“ – TÜV Rheinland Akademie

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Eröffnung: Bildquelle TÜV Rheinland

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der 10. Sitzung des IHK-Innovations- und Anwenderclubs standen Trends bei mobilen Speichern und Testverfahren, Versicherungsfragen sowie kommende Trends in Haus & Elektroauto und in der Batterieforschung im Fokus.

TÜV Rheinland

Die TÜV Rheinland Akademie zeigte den Teilnehmern die Vielfallt ihrer Dienstleistungen im gesamten Umfeld der Elektromobilität. Als Highlight konnten die Teilnehmer das Batterieprüflabor in Nürnberg besichtigen, in dem Batterien u.a. hinsichtlich mechanischer oder technischer Einflüsse geprüft werden. Erstaunlicherweise existieren bisher nur Transportvorschriften sowie regionale Standards für Batterien. Die Bandbreite der TÜV-Dienstleistungen reicht dabei von Prüfungen in den Bereichen Energieerzeugung,  eTankstellen/ Ladeinfrastruktur, Batterien, Fahrzeugkomponenten/ Systeme bis hin zu IT-Sicherheitsfragen und Mobilitätsdienstleistungen. Auch Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen sind teil des Portfolios. Gerade bei der weltweit steigenden städtischen Bevölkerung ist eine deutliche Zunahme am Bedarf für diese Art der  Dienstleistungen gerade durch die zunehmende urbane emissionsfreie Mobilität zu erwarten. Der TÜV führt deshalb auch eigene Forschungsprojekte zu Themen wie ePoolfahrzeuge, eBussen oder eTransportfahrzeugen durch, um eigene Erfahrungswerte zu sammeln.

 

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Teilnehmer kamen mit eigenen Elektroautos – Bildquelle TÜV Rheinland

 

 

 

 

 

 

 

NÜRNBERGER Versicherungsgruppe

Aufgrund der geringen Anzahl an Elektroautos in Deutschland sind bisher noch sehr wenige Fahrzeuge im Bestand von KFZ-Versicherungen. Somit fehlen bislang noch Erfahrungswerte hinsichtlich der Häufigkeit der Schadensfälle bzw. eines veränderten Nutzerverhaltens. Bei den Versicherungen ist es deshalb üblich, den Versicherungsschutz der KFZ-Haftplicht wie bei Verbrennungsfahrzeugen zu behandeln und die Batterie z.B. über Leasingvereinbarungen aus der KFZ-Versicherung zu nehmen. Hintergrund dieser Vorgehensweise ist z.B. das im Falle eines Marderbisses im schlimmsten Fall das gesamte Hochvolt-System ausgetauscht werden muss oder bei einem größeren Fahrzeugunfall eine Reparatur aufgrund der Sicherheitsanforderungen an das Batteriesystem unwirtschaftlich wird. Der KFZ-Versicherungsschutz greift insbesondere während des Ladevorgangs, da dies als Benutzung des Fahrzeugs gilt. Allerdings steht zu erwarten, dass z.B. bei einem Schadensfall während des Ladenvorgangs genau geprüft wird, ob die KFZ-Versicherung, die Hausratversicherung oder die Produkthaftung (Kabel, Ladebox) in letzter Instanz greift. Wer den Schaden dann reguliert oder Regress-ansprüche geltend macht, wird davon abhängen wo und warum der Schaden entstanden ist.

Networking der 50 Teilnehmer in der Kaffeepause - Bildquelle TÜV Rheinland

Networking der 50 Teilnehmer in der Kaffeepause – Bildquelle TÜV Rheinland

BMZ GmbH

Bereits heute sind wir von LI-Batterien in unseren Häusern, Fahrzeugen und in der Industrie umgeben und die Anzahl der Einsatzfelder wird weiter steigen. 470.000 verkaufte eBikes/ Pedelecs in Deutschland sind nur ein Beispiel dafür wie sich die Masse der Privatkunden mit einer neuen Technologie anfreundet, die bei Gabelstaplern im Industrieumfeld schon seit 25 Jahren gängig ist. Die asiatischen Firmen Panasonic, Samsung und LG dominieren mittlerweile den Batteriemarkt deutlich. Ab 2017/18 dürfte der Batteriepreis so erschwinglich werden, dass die Nutzung von Elektroautos auch für breitere Privatkundenschichten wirtschaftlich wird. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die unterschiedliche Strategie von BMW und Tesla. BMW verbaut zur Sicherung des Wiederverkaufswerts seine Fahrzeuge höhere Zellqualität, wohingegen Tesla auf kostengünstige Standardzellen in höhere Zahl setzt, die aber über die Jahre an Leistungsfähigkeit einbüßen. Zum Vergleich: ein eBike Akku kann Problemlos über 10 Jahre genutzt werden, weil hier der Ladezyklus optimal abgestimmt ist. Die Problemstellung kann man auch sehr gut bei Handys nachvollziehen, in denen Standardzellen verbaut sind, die möglichst schnell ladbar sein sollen und nach wenigen Jahren deutlich an Kapazität einbüßen. Auch im Bereich Logistik zeigen sich bereits deutliche Veränderungen. So wird die Deutsche Post bis zum Jahr 2020 mit 19.000 eFahrzeugen zu einem der größten eFlottenbetreiber in Europa werden.

Fraunhofer ISC

Die Herausforderungen im Bereich der Batterieforschung liegen in der optimalen Ausrichtung der Technologie auf die jeweilige Anwendung. Wichtig ist sowohl die richtige chemische Zusammensetzung als auch die optimale Produktionstechnik für die Massenfertigung von Batterien einzusetzen. Auch bieten neue Materialien im Batteriebereich deutliche Hebel, um z.B. die aktiven Elemente in der Batterie zu erhöhen, die dann mehr Energie aufnehmen kann. Dabei ist zu beachten, dass stationäre und mobile Speicher unterschiedlich aufgebaut sein müssen, da sie auch unterschiedliche Anforderungen z.B. an Erschütterungsfestigkeit oder Ladezyklen-Häufigkeit erfüllen müssen. Eine hohe Energiedichte ist deshalb auch nur sehr schwer mit einer hohen Leistungsdichte kombinierbar, da dies gegenteilige Batteriearchitekturen erfordert. LI-Luft Batterien gelten dabei als nächste Entwicklungsstufe, sind aber erst in ca. 15 Jahren für den Massenmarkt realistisch.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des IHK-Innovations- und Anwenderclubs eMobilität von der IHK Nürnberg für Mittelfranken in Zusammenarbeit der TÜV Rheinland Akademie und der Energieregion sowie den nordbayerischen Industrie- und Handelskammern organisiert. Kommende Themen werden sich u.a. mit Nutzfahrzeugen/ Bussen sowie eBikes/ Kleinfahrzeugen befassen.

  • Weitere Informationen finden Sie im Programm.