IAWC Bad Neustadt

6. Sitzung des IHK-Innovations- und AnwenderClubs eMobilität „Bayerns 1. Modellstadt Elektromobilität“ (02. Dezember 2014)

Referenten

 

 

 

 

 

 

40 Teilnehmer und 11 Elektroautos kamen zur 6. Sitzung des IHK-Innovations- und AnwenderClubs eMobilität, um Firmen und Projekte der 1. Modellstadt Elektromobilität in Bad Neustadt kennenzulernen. Auch die Strecken zwischen der Jakob-Preh-Schule, Preh GmbH und dem Elektromobilitätsanwender R + R Pflegedienst Reinhold Rossbach wurde mit Elektrofahrzeugen zurückgelegt. Die Mehrzahl der Elektroautos waren Renaults Zeos, die dankenswerter Weise vom Autohaus Vorndran aus Bad Neustadt bereitgestellt wurden.

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Unter anderem konnten sich die Teilnehmer über laufende Projekte der Modellstadt informieren. Verschiedene Projekte laufen in den Themenfeldern Motoren (Entwicklung, Bau, Erprobung), Batteriemanagement und Schaltungen. Ein Projektbeispiel ist die Spitzenlast-absenkung durch bidirektionales Laden von Elektrofahrzeugen im Firmennetz der Jopp Holding GmbH. Die Jopp Holding GmbH ist ein Automobilzulieferer mit der Bearbeitungs-kompetenz für Metalle und Kunststoffe zur Herstellung von Schaltungen und Getrieben. Herr Dr.-Ing. Büchs gab auch einen Ausblick auf die Automotive Branche, in der sich die Wertschöpfungskette zunehmend in Richtung Elektronikkomponenten im Fahrzeug verschieben wird. In der anstehenden Übergangszeit mit hybriden Antriebslösungen wird dies vermutlich sogar zu einem Arbeitsplatzwachstum führen. Bei einem Systemwechsel zu reinen Elektroautos wird sich dieser Effekt jedoch aufgrund der Komponentenreduktion im Fahrzeug wieder umkehren.

04 Jopp Holding GmbH

 

 

 

 

 

Innerhalb des Modellstadtkonzepts fungiert die Jakob-Preh-Schule als zentrale Bildungseinrichtung rund um das Thema Elektromobilität. Aktuell unterrichten dort 56 Lehrer fast 1700 Schüler. Auch Lehrerfortbildungen werden dort durchgeführt. Die Unterrichtsbasis stellt die KFZ-Mechatronikerausbildung dar. Hervorzuheben ist das hochwertige technische Unterrichtsmaterial, dass an der Schule eingesetzt wird. Beispielsweise können die Schüler direkt an Elektrofahrzeugen lernen und auch im Klassenzimmer experimentell Strom-erzeugung, Stromübertragung und Stromverbrauch nachstellen, um so ein ganzheitliches Verständnis zu entwickeln. Die Schule vertritt die Region ebenfalls auch 8 Messen, wie beispielsweise der eCarTec in München.

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Das Technologie-Transferzentrum Elektromobilität (TTZ-EMO) ist in den Räumen der Jakob-Preh-Schule untergebracht und bearbeitet aktuell die Themen Batteriesysteme, Leistungselektronik, elektrische Maschinen, Regelungstechnik, Energiesystem sowie Personen- und Güterlogistik. IM TTZ-EMO arbeiten derzeit 35 Mitarbeiter an rund 15 F&E-Projekten mit rund 10 Unternehmen. Unter anderem sind dies das Spitzenlasten-management bei der Jopp Holding GmbH sowie das Projekt Neemo, in dem das Zusammenspiel zwischen Elektroauto und Haus mit eigener Stromerzeugung getestet wird. Die Besonderheit des Projekts besteht dabei u.a. in dem Versuchsaufbau bidirektionales Laden mit hoher Stromqualität.

05 Batterieprüfstand 06 Bidirektionales Ladesystem

 

 

 

 

 

 

Bei der Preh GmbH konnten die Teilnehmer die Kunststoff- und Elektronikfertigung sowie die Montage besichtigen und sich insbesondere über die Kernkompetenz des Unternehmens, die hochsicherheitsrelevanten Steuerungsgeräte und das messgenaue Batterie-management, informieren. Gerade das exakte Messen (Spannung, Temperatur,Lade-zustand, Batteriealterung, etc.) auf Zelleebene zur präzisen Reichweitenberechnung wird nur von wenigen Anbietern beherrscht. Der Automobilzulieferer wurde 1919 gegründet und arbeitet seit 2008 eng mit BMW zusammen. In Bad Neustadt werden ca. 1600 (weltweit 3600) Mitarbeiter beschäftigt. Die Produktschwerpunkte liegen bei Climate Controls, Driver Controls sowie Electric Control Units. Zentral ist hierbei die Kompetenzkombination von Hard- und Software für Embedded Systems.  Derzeit sind die größten Abnehmer die BMW und die VW Group sowie Ford. Im Jahr 2013 wurde eine eigene Abteilung zum Thema Elektromobilität gegründet.

09 Pflegedienst

Den Abschluss der Sitzung bildete der Elektromobilitätsanwender R + R Pflegedienst Reinhold Rossbach, der sehr anschaulich über den Einsatz seiner 4 Elektroautos eines eBikes sowie eines Twizzys und Autogasfahrzeugen berichtete. Der mobile Pflegedienst nutzt die eFahrzeuge mit einer Reichweite von 90  bis 120km im Durchschnitt für tägliche Strecken von 30 bis 40km. Die Fahrzeuge sind von der Steuer befreit und wurden ohne Zuschüsse angeschafft. Der Fahrzeugbetrieb ist dank einer eigenen PV-Anlage wirtschaftlich. Die Anschaffungskosten konnten durch die günstigen Betriebs- und niedrige Wartungskosten nach zwei Jahren eingespielt werden.  Die Fahrzeuge laufen bisher ohne technische Probleme oder Akkukapazitätseinbußen. Im Winter werden in den Fahrzeugen elektrisch beheizbare Sitzauflagen eingesetzt, um die Temperaturen im Fahrgastraum angenehm zu halten und die Laufleistung zu reduzieren.

Die 6. Sitzung des IHK-Innovations- und Anwenderclubs eMobilität wurde von der IHK Würzburg-Schweinfurt in Kooperation mit den nordbayerischen Industrie- und Handelskammern und dem Automation Valley Nordbayern durchgeführt.

Die Vorträge erhalten die angemeldeten Teilnehmer per E-Mail.

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